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Bild: Brot für die Welt

Apfelernte in Äthiopien

Nachricht 18. Oktober 2013

Mit mehr Vielfalt gegen den Hunger

Denkt man an Äpfel, haben einige vielleicht Assoziationen von blühenden Apfelbäumen im Frühling, von Apfelkuchen und möglicherweise Wilhelm Tell. Doch Äpfel werden auch in Äthiopien angebaut. Im Hochland des nordostafrikanischen Landes spürt die Bevölkerung bereits seit vielen Jahren die Veränderungen des Klimas. Das Wasser war immer knapp, doch die Dürren nehmen zu und wechseln sich mit Hagelstürmen ab, sodass kaum noch Obst und Gemüse angebaut werden kann. Die Folge: Die Menschen hungern. Gemeinsam mit dem Partner Ethiopian Evangelical Church Mekane Yesus North Central Ethiopia Synod – DASSC unterstützt Brot für die Welt die Menschen in der Provinz Wollo.

Viele Familien in Wollo leben ausschließlich vom Ackerbau und dem Züchten von Tieren, besonders sie leiden aufgrund der klimatischen Extrembedingungen mindestens vier bis sechs Monate im Jahr n Hunger. Mit der Unterstützung von Brot für die Welt baut die lokale Bevölkerung deswegen im Landkreis Legambo in vier Gemeinden Bewässerungsanlagen und Brunnen, um Zugang zu sauberem Trinkwasser zu schaffen. Sie pflanzt auch neue Gemüse- und Obstsorten in dem über 3000 Meter hoch gelegenen Gebiet, um ihre Ernährung nicht allein von den Getreideernten abhängig zu machen. Dazu gehören auch Apfelbäume. Zwar brauchen Apfelbäume über 25 Jahre, bis sie das erste Mal Früchte tragen. Doch sie sind relativ robust gegenüber Dürren und Stürmen und sind so eine sichere Nahrungsquelle für zukünftige Generationen, die noch stärker unter dem Klimawandel leiden werden.
 

Arme Frauen werden besonders gefördert

Gemeinsam mit der Universität der Provinz Wollo werden in dem Projekt außerdem Anbaumethoden getestet, um die Erträge der Bauern auch unter extremen Bedingungen zu steigern: Dazu zählen neben dem Anbau von Äpfeln im Hochland die Einführung frühreifer und dürreresistenter Nutzpflanzen und der Anbau von Kartoffeln und anderer Gemüsesorten, die besonders ertragreich sind.

Außerdem werden Klimafrüherkennungsteams ausgebildet, die die Veränderungen des Klimas beobachten und dokumentieren, damit sich die Bevölkerung auf langfristige Veränderungen einstellen kann. Arme Frauen werden besonders gefördert: Sie können Selbsthilfegruppen und Trainings besuchen, um sich beispielsweise als Gemüsehändlerin selbstständig zu machen. Kredite bekommen sie über einen sich erneuernden Fond. Auch Schafe zur Tierzucht sollen den Lebensunterhalt der armen Bevölkerung sichern, damit sie ausreichend zu essen haben – auch in Dürreperioden.

Sehr geehrte Damen und Herren,

vor knapp zwei Wochen feierten wir mit dem Erntedankfest, wie fruchtbar unsere Äcker und Böden sind. Schon längst essen wir im industriellen Zeitalter nicht mehr nur das, was wir selbst in unseren Gärten gesät und geerntet haben. Für viele kommen Nahrungsmittel heute einfach aus dem Supermarkt, die Herkunft ist unbekannt und oft von wenig Interesse. Je abstrakter der Zugang zur Nahrung wird, desto leichtfertiger gehen wir oft mit ihr um: In Deutschland werden im Jahr etwa 22 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Das ist fast die Hälfte aller produzierten Lebensmittel. Am 16. Oktober erinnert der Welternährungstag an die Menschen auf der Welt, die an Hunger leiden: Zwischen 2010-2012 litten 868 Millionen Menschen an chronischem Hunger auf der Erden. Das sind 868 Millionen Hungernde zu viel. Dagegen müssen wir etwas tun. Engagieren Sie sich mit uns gegen den Hunger auf der Welt!

Ihr Uwe Becker

Uwe Becker, Beauftragter für Brot für die Welt in der Landeskirche Hannover