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Bild: Brot für die Welt

16. Oktober 2013 - Welternährungstag

Nachricht 15. Oktober 2013

Zukunft säen

842 Millionen Menschen leiden weltweit an Hunger. Fast alle Hungernden der Welt leben in Ländern des Südens (827 Millionen). Die Ursachen für den Hunger weltweit sind vielfältig – denn auf der Welt werden ausreichend Lebensmittel produziert, um alle Menschen satt zu machen. Fehlender Zugang zu Land, Verwendung von Nahrungsmitteln als Sprit, Tierfutter oder Kosmetik oder Nahrungsmittelspekulationen sind einige dieser Ursachen, warum jeder achte Mensch auf der Welt hungert.

Eine der Ursachen für den Hunger ist auch der Klimawandel. Er zerstört durch extreme Dürre oder häufige Überschwemmungen fruchtbares Land, das über Jahrhunderte traditionell bebaut wurde. Die Folge: Die Menschen können dauerhaft nicht ausreichend Nahrung anbauen und zu sich nehmen: Ihre Ernten werden zerstört durch die klimatischen Bedingungen, oft sind sie Selbstversorger, die kein Einkommen haben, um sich zusätzliche Nahrung kaufen zu können.

Menschen verlieren ihre Häuser und Äcker

Ein Beispiel aus Bangladesch zeigt, wie durch Anpassung an das veränderte Klima wieder Landwirtschaft betrieben werden kann: Die Bewohner an der armen Küste Bangladeschs, die einst durch dichte Sumpfwälder vor Überschwemmungen geschützt wurden, haben durch die Erwärmung des Klimas und den dadurch bedingten Anstieg des Meeresspiegels mit häufigen Überschwemmungen zu kämpfen. Die Folge: Die Menschen verlieren ihre Häuser und Äcker.

Die Organisation Christian Commission for Development in Bangladesh (CCDB), Projektpartner von Brot für die Welt zeigt ihnen darum neue Formen des Gemüseanbaus auf schwimmenden Gärten, auf denen mit salzresistentem Saatgut Kohl, Okra-Schoten oder Salat angebaut wird. Außerdem pflanzt sie mit der lokalen Bevölkerung neue Mangrovenbäume, um das Hinterland vor den Überschwemmungen zu schützen. Die Häuser der Küstenbewohner werden auf Lehmsockel gestellt und zyklonsichere Bauten errichtet, um Schutz vor zunehmenden starken Stürmen zu bieten.

Wollen Sie mehr über das Projekt erfahren? Hier geht es weiter.

Dokumentarfilm "Hunger"

Sehr geehrte Damen und Herren,

vor knapp zwei Wochen feierten wir mit dem Erntedankfest, wie fruchtbar unsere Äcker und Böden sind. Schon längst essen wir im industriellen Zeitalter nicht mehr nur das, was wir selbst in unseren Gärten gesät und geerntet haben. Für viele kommen Nahrungsmittel heute einfach aus dem Supermarkt, die Herkunft ist unbekannt und oft von wenig Interesse. Je abstrakter der Zugang zur Nahrung wird, desto leichtfertiger gehen wir oft mit ihr um: In Deutschland werden im Jahr etwa 22 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Das ist fast die Hälfte aller produzierten Lebensmittel. Am 16. Oktober erinnert der Welternährungstag an die Menschen auf der Welt, die an Hunger leiden: Zwischen 2010-2012 litten 868 Millionen Menschen an chronischem Hunger auf der Erden. Das sind 868 Millionen Hungernde zu viel. Dagegen müssen wir etwas tun. Engagieren Sie sich mit uns gegen den Hunger auf der Welt!

Ihr Uwe Becker

Uwe Becker, Beauftragter für Brot für die Welt in der Landeskirche Hannover