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Bild: Brot für die Welt

Es ist genug für alle da!

Nachricht 13. Oktober 2013

Recht auf Nahrung

Stellen Sie sich vor, Sie sind zu einem großen Abendessen eingeladen. Jeder bekommt einen Platz am langen, edel geschmückten Tisch zugewiesen, jeder nach seiner Nationalität. Nehmen wir einmal an, Sie sind Deutsche oder Deutscher. Sie nehmen Ihren Platz ein und stellen sich Ihren Nachbarn vor, einer Frau aus Angola, einem Mann aus Bangladesch. Eine Reihe schwarz livrierter Kellner tragen unter großem Tamtam die Teller herein. Jeder bekommt einen Teller, der Gastgeber bittet Sie, zu beginnen. Mit großem Appetit genießen Sie den ersten Bissen auf Ihrem Teller und fragen sich, ob Sie die mächtige Portion wohl bewältigen werden, obwohl das Essen wirklich sehr gut aussieht. Bis Sie ungläubig auf den Tisch Ihres Nachbarn schauen: Dort, wo sich ein Festmahl auf Ihrem großen Teller ausbreitet, liegt bei Ihrem Tischnachbarn aus Bangladesch nur zwei Salatblätter. Sie schauen nach links auf den Teller der Angolanerin: vier Salatblätter und eine Scheibe Brot.

Was sich hier am Tisch abspielt, passiert jeden Tag in der Welt: Während in manchen Regionen der Welt die Menschen gegen Überfluss, Übergewicht und Verschwendung ankämpfen, sind in anderen Unter- und Mangelernährung fast normal. Denn: Nur ein Fünftel der Menschen auf der Welt leben in Industriestaaten. Doch sie haben zwei Drittel der Nahrungsmittel zur Verfügung!
Dabei ist genug für alle da!! Auf der Welt werden ausreichend Nahrungsmittel produziert, um alle Menschen zu ernähren. Doch sie sind sehr ungleich verteilt. Brot für die Welt hat sich 1959 als Aktion gegen den Hunger in der Welt gegründet. Obwohl die Aktion ursprünglich als einmalige Sammlung geplant war, setzt sich

Brot für die Welt gemeinsam mit dem Evangelischen Entwicklungsdienst als das größte Hilfswerk in Europa für Ernährungssicherheit und das Recht auf Nahrung ein. In den nächsten Tagen setzten wir uns hier mit dem Thema Ernährung und Verschwendung aus Sicht von Brot für die Welt auseinander.

Weitere Infos im Detail

Sehr geehrte Damen und Herren,

vor knapp zwei Wochen feierten wir mit dem Erntedankfest, wie fruchtbar unsere Äcker und Böden sind. Schon längst essen wir im industriellen Zeitalter nicht mehr nur das, was wir selbst in unseren Gärten gesät und geerntet haben. Für viele kommen Nahrungsmittel heute einfach aus dem Supermarkt, die Herkunft ist unbekannt und oft von wenig Interesse. Je abstrakter der Zugang zur Nahrung wird, desto leichtfertiger gehen wir oft mit ihr um: In Deutschland werden im Jahr etwa 22 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Das ist fast die Hälfte aller produzierten Lebensmittel. Am 16. Oktober erinnert der Welternährungstag an die Menschen auf der Welt, die an Hunger leiden: Zwischen 2010-2012 litten 868 Millionen Menschen an chronischem Hunger auf der Erden. Das sind 868 Millionen Hungernde zu viel. Dagegen müssen wir etwas tun. Engagieren Sie sich mit uns gegen den Hunger auf der Welt!

Ihr Uwe Becker

Uwe Becker, Beauftragter für Brot für die Welt in der Landeskirche Hannover