Landesbischof Ralf Meister ist zehn Jahre im Amt

Pressemitteilung 25. März 2021
Landesbischof Ralf Meister (Foto vom 20.10.2020) auf seinem Fahrrad. Bild: Jens Schulze

Landesbischof Ralf Meister (59) ist am kommenden Freitag (26. März 2021) zehn Jahre im Amt. Die Landessynode wählte den Theologen am 25. November 2010 als Nachfolger von Dr. Margot Käßmann zum Landesbischof der größten Landeskirche in Deutschland. Am 26. März 2011 führte ihn Johannes Friedrich, damals Leitender Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland, in einem Fest-Gottesdienst in der Marktkirche in Hannover in sein Amt ein. „Mit Landesbischof Ralf Meister verbinde ich persönlich besonders das Wort zukunftsfroh“, sagt der Präsident der Landessynode Dr. Matthias Kannengießer. „Neben allen drängenden Themen bringt er in die Landessynode immer wieder auch das ein, was uns getrost und zuversichtlich sein lässt. Das macht die Zusammenarbeit mit Landesbischof Ralf Meister doppelt bereichernd.“
 
Seit 2018 ist Ralf Meister auch Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), von 2012 bis 2021 war er zudem Ratsvorsitzender der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen. Seit September 2020 ist er als Nachfolger des früheren Landesbischofs Horst Hirscher Abt des ehemaligen Zisterzienserklosters Loccum bei Nienburg. Meister ist einer der beiden Vorsitzenden der Meissen-Kommission, der 1988 gegründeten Partnerschaft zwischen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Anglikanischen Kirche von England. Von 2014 bis 2016 war er als Vertreter der gesellschaftlichen Gruppen Mitglied in der „Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe (Endlagerkommission)“.
 
„Ralf Meister verbindet geistliche Tiefe, Feinsinnigkeit und Sensibilität für die Nöte Einzelner mit analytischer Klarheit, Entschiedenheit und dem Blick für das Ganze. Er verleiht gesellschaftspolitischen und ethischen Diskussionen, die er oftmals initiiert, vom Atomausstieg und Klimaschutz über Migration und Landwirtschaft bis zum assistierten Suizid eine prononciert theologische Stimme. Damit steht er beispielhaft für die christliche Verantwortung in der Welt,“ hebt Dr. Stephanie Springer, Präsidentin des Landeskirchenamts der Landeskirche Hannovers hervor.

In die Amtszeit von Ralf Meister fallen u.a. die Synodenbeschlüsse über die neue Verfassung der Landeskirche und zur Trauung von Ehepaaren gleichen Geschlechts (2019), die Einführung des Reformationstags als gesetzlicher Feiertag in Niedersachsen (2018), das Engagement der Landeskirche in Syrien und im Libanon (seit 2016), die Gründung der Integrationsinitiative „Niedersachsen packt an“ (2015) und die Änderung der landeskirchlichen Verfassung zum Verhältnis von Christen und Juden (2013).
 
Ralf Meister wurde in Hamburg geboren und studierte Evangelische Theologie an den Universitäten Hamburg und Jerusalem. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Hamburg und Vikar in Lauenburg an der Elbe. 1992 wurde zum Pastor ordiniert. Im selben Jahr übernahm Meister die Geschäftsführung der Arbeitsstelle "Kirche und Stadt" am Seminar für Praktische Theologie an der Universität Hamburg. Ab 1996 leitete er die Redaktion des Evangelischen Rundfunkreferates der norddeutschen Kirchen am NDR-Landesfunkhaus Schleswig-Holstein in Kiel. 2001 wurde er zum Propst des Kirchenkreises Lübeck gewählt und im Mai 2008 zum Generalsuperintendenten des Sprengels Berlin in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz. Seit 1994 ist Meister Rundfunkautor für Morgenandachten im Norddeutschen Rundfunk (NDR) und Deutschlandfunk (DLF), von 2004 bis 2010 war er als Sprecher beim „Wort zum Sonntag“ in der ARD engagiert. Ralf Meister ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern.

Als letzter Landesbischof wurde Ralf Meister ohne Amtszeitbegrenzung gewählt. Für seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin wird dann wie für die Regionalbischöf*innen und Superintendent*innen eine Amtszeit von zehn Jahren gelten, die verlängert werden kann.

Stimmen zum Jubiläum

  • Dr. Matthias Kannengießer, Präsident der Landessynode der Landeskirche Hannovers: „Mit Landesbischof Ralf Meister verbinde ich persönlich besonders das Wort zukunftsfroh. Neben allen drängenden Themen bringt er in die Landessynode immer wieder auch das ein, was uns getrost und zuversichtlich sein lässt. Das macht die Zusammenarbeit mit Landesbischof Ralf Meister doppelt bereichernd.“
  •  Jörn Surborg, Vorsitzender des Landessynodalausschusses: „Als Landeskirche können wir dankbar für die zehn Jahre sein, in der Ralf Meister als Landesbischof Verantwortung für unsere Landeskirche trägt. Zentrale Weichenstellungen in dieser Zeit, wie die Neuausrichtung der Konföderation Evangelischer Kirchen in Niedersachsen, die neue Kirchenverfassung für die Landeskirche oder aktuell der Zukunftsprozess sind wesentlich durch seine Impulse geprägt.
    Auch nach zehn Jahren ist Ralf Meister für Überraschendes gut. Ich denke begeistert an die Besuche zur Verteilung von Osternachrtskerzen in mehr als 100 Kirchengemeinden in der ganzen Landeskirche. Gerade in der Coronazeit ist das ein ganz wichtiges Signal. Als Landessynodalausschuss bedanken wir uns für die verlässliche und gute Zusammenarbeit seit 2011 und sind zugleich gespannt auf das, was kommt!“
  • Dr. Stephanie Springer, Präsidentin des Landeskirchenamts der Landeskirche Hannovers: "Voller Dankbarkeit schauen Landeskirche und Landeskirchenamt auf die vergangenen gemeinsamen zehn Jahre mit Landesbischof Meister zurück.
    Ralf Meister verbindet geistliche Tiefe, Feinsinnigkeit und Sensibilität für die Nöte Einzelner mit analytischer Klarheit, Entschiedenheit und dem Blick für das Ganze. Er verleiht gesellschaftspolitischen und ethischen Diskussionen, die er oftmals initiiert, vom Atomausstieg und Klimaschutz über Migration und Landwirtschaft bis zum assistierten Suizid eine prononciert theologische Stimme. Damit steht er beispielhaft für die christliche Verantwortung in der Welt.
    Innerhalb der Diskussion um die künftige Gestalt der Kirche liegen ihm insbesondere die Ökumene und missionarische Chancen am Herzen. Hier verbindet er die Lust am unkonventionellen Denken mit dem Respekt vor gewachsenen Traditionen, die uns weiterhin tragen.“
  • Regionalbischof Dr. Hans Christian Brandy (Stade) für den Bischofsrat der Landeskirche: „Als Regionalbischöfinnen und Regionalbischöfe blicken wir mit Dank zurück auf zehn Jahre intensiver und fruchtbarer Zusammenarbeit mit Landesbischof Ralf Meister.
    Wir freuen uns über eine enge geschwisterliche und freundschaftliche Gemeinschaft im Bischofsrat. Wir sind dankbar für Ralf Meisters Fähigkeit zuzuhören und behutsam Rat zu geben, für seine kluge Nachdenklichkeit und auch für entschlossene Impulse, die er einbringt. Dadurch stößt er theologische Debatten an, die in unsere Kirche und in die Gesellschaft hinein wirken.
    Herzlich gratulieren wir, wünschen Gottes Segen und freuen uns auf weiterhin inspirierende gemeinsame Jahre.“
  • Rabbiner Dr. Gábor Lengyel, Liberale Jüdische Gemeinde Hannover: „Ein Tag vor dem jüdischen Freiheitsfestes am Sederabend danke ich G’tt, dass Du uns vor zehn Jahren als Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers geschenkt wurdest. Ich persönlich danke Dir dafür, dass Deine Predigten, deine differenzierten öffentlichen Beiträge immer wohl dosiert den Kern der theologischen, politischen und gesellschaftlichen aktuellen Fragen von heute treffen und vor allen Dingen Deine humanistische Lebensauffassung widerspiegeln. Deine rührende Freundschaft zu mir und zum Judentum hast Du auch in vielen schwierigen Situationen immer bewiesen. Dafür gilt Dir mein innigster Dank. G’ttes Segen soll Deinen Weg und Deine Wirkung in der Zukunft begleiten! Bleibe behütet und gesund! Dein Gábor/ Rabbiner Dr. Gábor Lengyel“

Hannover, 12. März 2021
 
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Pastor Benjamin Simon-Hinkelmann

Pressesprecher der
Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers
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