Nachruf auf Helge Michael Breig

Pressemitteilung 22. Dezember 2020

Der Bildhauer und Maler Helge Michael Breig, geboren am 28.12.1930 in Naumburg, ist am 14.12.2020  - kurz vor seinem 90. Geburtstag - in Hannover gestorben. Für die Landeskirche Hannovers ist Breigs Schaffen von großer Bedeutung.

Breig begann seine künstlerische Laufbahn mit einer Malerlehre zwischen 1949 bis 1952 in Celle, nahm dann ein Studium der angewandten und freien Malerei sowie Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Stuttgart auf und verließ die Akademie 1960. Seine Lehrer waren Rudolf Yelin, Willi Baumeister und Otto Baum. Zahlreiche Studienreisen führten ihn in den Mittelmeerraum, wo er viele Anregungen aufnahm.

Seit 1960 lebte Breig als freischaffender Maler und Bildhauer in Hannover. Er richtete sein Atelier in der Nähe des Klosters Marienwerder ein und schuf dort zahlreiche Werke, von denen ein großer Teil für Kirchen in der Landeskirche Hannovers bestimmt waren. Vorausgegangen war jeweils eine intensive Beschäftigung mit christlichen Inhalten, die er dann in abstrahierender Form bildlich umsetzte.

Er entwarf seit Anfang der 1960-er Jahre für zahlreiche Kirchen in der  Landeskirche Hannovers vorwiegend Glasfenster, aber auch Bronzekruzifixe und Altarkreuze. Ein weiterer Schwerpunkt waren Textilien, so stammen etliche Antependien sowie Bildteppiche, die er im Klosterstich anfertigte, von ihm.

Besonders in den 1960-er Jahren, als zahlreiche neue Kirchen gebaut wurden, zogen die Architekten den Künstler Breig für die Ausstattung heran. Er arbeitete in unterschiedlichen Materialien von Bronze bis Beton, besonders letzterer Werkstoff in Verbindung mit Fensterglas.

Die Gestaltung von leuchtenden und farbintensiven Fenstern bildete einen Schwerpunkt seiner Arbeiten, wie Hon.-Prof. Dr. Thorsten Albrecht im Kunstreferat der Landeskirche festhält. "Breig gestaltete seine Fenster von einem grafischen Grundkonzept her und löste die Formen auf beziehungsweise setzte Farbfelder ein, die eine Annäherung an reale Darstellungen ergeben." Besonders in seinen jüngsten Arbeiten nehmen sie laut Albrecht einen größeren Raum in einer nicht mehr so kleinteiligen Gestaltung ein. In Hannover kann man diese Entwicklung beispielsweise an seinen Fenstern in der Markuskirche (1967) im Vergleich mit einem der letzten Fenster, die er für die Pauluskirche in Lüneburg (1998/99) gestaltete, nachvollziehen.

In den bildhauerischen Arbeiten insbesondere bei Kruzifixen, verfolgte Breig, so Albrecht, eine stark abstrahierende Gestaltung, die jedoch immer noch im Gegenständlichen blieb, wie die ausdruckstarken Kruzifixe in der Johanniskirche in Wunstorf (1976) oder in Aurich (Friedhofskapelle 1989) sowie in kleinerer Form an zahlreichen Altarkreuzen belegten.

Zu den ungewöhnlichen Arbeiten zählen seine in ein neoromanisches Altarretabel eingesetzten Altarbilder in der Kirche in Lengede (1987) oder sein Triptychon in der Krankenhauskapelle in Coppenbrügge (1995). Hon.-Prof. Dr. Albrecht dazu: "Breig gehörte noch eindeutig zu den Künstlern, die auf dem Gebiet der christlichen Kunst zu Hause waren, wodurch sein gesamtes Werk geprägt wurde – was heute selten geworden ist."

Der Theologische Vizepräsident der Landeskirche, Ralph Charbonnier, würdigt Breigs Vermächtnis mit folgenden Worten: "Dankbar schauen wir auf seine Werke im öffentlichen Raum und in vielen Kirchen der Landeskirche. In einer Kirche des Wortes ist es ihm gelungen, die Liebe Gottes zu den Menschen auch durch Skulpturen, Bilder und Kirchenfenster erfahrbar zu machen. Sein Glaube prägte sein Schaffen. Nun möge er diese Gottesgegenwart erleben."

In der landeskirchlichen Kunstsammlung befindet sich seit 2019 ein großer Teil von Breigs Entwürfen, die er für Kirchengemeinden der Landeskirche angefertigt hat.

Hannover, den 22. Dezember 2020

Rebekka Neander
Stellvertr. Pressesprecherin der
Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

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