Initiative „menschlich“ startet im Kirchenkreis Hittfeld

Nachricht 02. Dezember 2019

Ambulante Beratung und Begleitung von pflegenden Angehörigen und Erkrankten

Hittfeld. „Menschlichkeit ist das, was im gegenwärtigen Gesundheitswesen am meisten vermisst wird. Alles wird abgerechnet, keiner hat Zeit. Viele fragen sich, wo da eigentlich noch der Mensch bleibt", sagt Pastorin Caroline Warnecke. Dazu kommt, dass viele Behandlungen nur noch ambulant durchgeführt werden. Erkrankte und vor allem auch die pflegenden Angehörigen fühlen sich hier oft zu recht völlig allein gelassen, weiß die Pastorin. Im Auftrag der Ev. Landeskirche Hannovers hat Caroline Warnecke die Initiative „menschlich“ entwickelt, die zum ersten Mal im Ev.-luth. Kirchenkreis Hittfeld angeboten und zunächst in der Region Seevetal durchgeführt wird. Damit reagiert die Landeskirche auf die massiven Veränderungen im Gesundheits- und Krankenhauswesen. „Mit diesem seelsorgerlichen Angebot möchten wir pflegende Angehörige und Erkrankte ortsnah und persönlich unterstützen“, sagt Pastorin Caroline Warnecke, die neben der Initiative „menschlich“ als Klinikseelsorgerin am Elbe Klinikum Buxtehude tätig ist. Wichtig ist ihr, mit allen zusammen zu arbeiten, die vor Ort im Bereich der Pflege und Krankenfürsorge tätig und engagiert sind. Am Sonntag, 15. Dezember, wird sie von Superintendent Dirk Jäger im Gottesdienst um zehn Uhr in der Hittfelder Mauritiuskirche in ihr Amt eingeführt.

„Ich erlebe tagtäglich pflegende Angehörige auf den Fluren des Krankenhauses, die verzweifelt, entkräftet, ratlos und psychisch wie physisch am Ende sind. Neben Konflikten innerhalb der Familie geht es dabei häufig auch um ethische Fragen. Was ist jetzt gut? Was können wir tun?“, sagt Pastorin Warnecke. Sie berät und begleitet Erkrankte und pflegende Angehörige ambulant, also auf Wunsch in ihrem häuslichen Umfeld. „Thema ist dann das, was die Betroffenen selber besprechen oder klären möchten. Das kann dann ein einmaliges Gespräch sein, aber auch weitergehen."

Caroline Warnecke hat in Marburg und Hamburg Ev. Theologie studiert. Sie war Gemeindepastorin im Kirchenkreis Holzminden, dann Leiterin des Gerhard-Uhlhorn-Konviktes in Göttingen, zuletzt zehn Jahre Leiterin der FEA in Loccum, der Fortbildungseinrichtung für Pastoren in den ersten Amtsjahren. Ihre Seelsorge-Ausbildung hat sie am Studienseminar der Ev. Landeskirche Hannovers absolviert. Sie ist ausgebildete Gemeinde- und Organisationsberaterin und als Supervision und Coach tätig, derzeit erwirbt sie ihre Qualifikation am Ev. Zentralinstitut für Familienberatung (EZI) in Berlin.

„Die Seelsorge begleitet mich seit meinem Studium. An meinen beruflichen Stationen ist das nach außen nicht unbedingt sichtbar, aber die Seelsorge ist mir immer sehr wichtig geblieben." sagt Caroline Warnecke. Sie gab der Initiative den Titel „menschlich“. Warum? „Weil es zutiefst menschlich ist, zu erkranken und auf Unterstützung angewiesen zu sein. Weil es zu unserem Menschsein gehört, dass wir uns umeinander kümmern. Und weil sich Seelsorge von Mensch zu Mensch vollzieht und dabei immer der ganze Mensch in all seinen Lebensbezügen im Blick ist."

Öffentichkeitsarbeit im Kirchenkreis Hittfeld