Landesbischof Meister zum Volkstrauertag

Nachricht 15. November 2019
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Volkstrauertag

Mit Erschrecken und Trauer blicken wir zurück auf das Grauen zweier Weltkriege. Millionen Menschen sind getötet worden, Millionen Menschen an Leib und Seele verwundet. Das Entsetzen über die Antriebskraft einer ebenso wahnsinnigen wie gottlosen Ideologie steht sprachlos neben der individuellen Trauer um die Menschen, die diesen Kriegen zum Opfer fielen.

Der Volkstrauertag mahnt uns, weder mit einem Heldenkult noch mit Gleichgültigkeit zu erinnern. Wenn wir der Toten der beiden Weltkriege gedenken, dann denken wir an ihre Träume, ihre Hoffnungen und Wünsche, ihre Irrtümer, ihre Verzweiflung, ihre Schuld. Wir schulen unser Gewissen und lernen von ihnen, die Zeichen der Zeit zu deuten und den Frieden als hohes Gut zu achten.

Gedenken und Trauer formen Verantwortung für die Gestaltung der Zukunft. Einer Zukunft, die die Begrenztheit und die Maßlosigkeit menschlicher Möglichkeiten nie wieder vergessen darf.

In ihrer Kundgebung vom 13. November 2019 betont die Synode der EKD, dass Christinnen und Christen grundsätzlich Anteil haben an der Friedensbewegung Gottes in diese Welt hinein. Dieser Frieden übersteigt unsere menschlichen Bemühungen und ist uns zugleich Richtschnur. Er „umfasst ein Leben in Würde, den Schutz vor Gewalt, die Bewahrung unserer Lebensgrundlagen, den Abbau von Ungerechtigkeit und Not, die Stärkung von Recht, Freiheit und kultureller Vielfalt.“   Daran mitzuarbeiten ist unser Auftrag. An allen Gedenkorten in unseren Dörfern und Städten werden wir an diesen Auftrag erinnert.

Landesbischof Ralf Meister