Kirche und Landkreise an der Elbe feiern 30 Jahre Mauerfall

Nachricht 11. November 2019

Neuhaus/Schnackenburg. Mit Festen, die Menschen beiderseits der Elbe verbinden, haben die evangelische Kirche und Landkreise aus Niedersachsen und Brandenburg am Sonnabend den 30. Jahrestag der Grenzöffnung gefeiert. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister und der Lüchower Propst Stephan Wichert-von Holten setzten gemeinsam mit anderen Gästen aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg mit der Fähre von Schnackenburg aus über die Elbe ins brandenburgische Lütkenwisch über.

In einem Gottesdienst unter dem Motto "Freiheit im Fluss" predigte Meister dort im Dialog mit der Potsdamer Generalsuperintendentin Heilgard Asmus. Sie erinnerten an den Umgang mit den jeweiligen Nationalhymnen in Ost und West, an Verbindendes und Trennendes. "Ich bin überzeugt, dass unsere Erinnerung Haltepunkte braucht", sagte Asmus laut Predigtmanuskript. "Das können Mauersteine sein für versagte Bewegungs- und Entscheidungsfreiheit in der DDR."

Meister fügte an, auch im 30. Jahr nach der Grenzöffnung dürften die unterschiedlichen Lebenswege in Ost und West nicht unbeachtet bleiben. "Haben wir den Mut die Geschichte des anderen, die verlorenen Hoffnungen, die unerfüllten Träume ernst zu nehmen? " Die Feier war auch offizieller Festakt des Landkreises Prignitz.

Der Landkreis Lüneburg erinnerte mit einem Festakt in der Marienkirche in Neuhaus an der Elbe auch an die besondere Geschichte der Region. Das in der früheren DDR gelegene Amt Neuhaus wurde infolge der Grenzöffnung wieder Teil Niedersachsens. Der evangelische Kirchenkreis Lüneburg und die Kirchengemeinde Neuhaus-Tripkau hatten für den Abend zu einem Gottesdienst in die Tripkauer Kirche eingeladen.

Mehr als 40 Jahre lang waren Familien und Freunde aus dem Landkreis Lüneburg und dem Amt Neuhaus durch die innerdeutsche Grenze entlang der Elbe getrennt. Mit der Grenzöffnung 1989 lebten alte Verbindungen wieder auf. Viele Menschen im Amt Neuhaus wünschten sich, wieder zu Niedersachsen und zum Landkreis Lüneburg zu gehören. Mit einem Staatsvertrag wurde am 29. Juni 1993 in Schwerin die Rückgliederung vollzogen. Bereits 1992 war die Region kirchlich betrachtet wieder in die evangelische Landeskirche Hannovers zurückgekehrt, zu der sie trotz der innerdeutschen Grenze noch bis 1972 gehörte hatte.

epd Landesdienst Niedersachsen-Bremen