Weihnachtsoratorium zum Mitsingen: „Lost in Sechzehntel“

Nachricht 11. Januar 2019

150 kamen zur Generalprobe des Singalongs nach Northeim

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150 Sängerinnen und Sänger kamen zur Generalprobe des Singalongs nach Northeim. Foto: Christian Steigertahl

Northeim. „Singalong „heißt es, wenn am kommenden Samstag mehr als 350 Sängerinnen und Sänger die Kantaten I – III des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach in der Halle des PS Speichers in Einbeck zum Besten geben. Damit beim „Weihnachtsoratorium zum Mitsingen“ alles klappt, luden die Kreiskantoren Ulrike Hastedt (Einbeck), Benjamin Dippel (Northeim) und Ole Hesprich (Uslar) am Mittwochabend noch einmal zur Generalprobe in die St. Sixti-Kirche in Northeim.

Etwa 150 Teilnehmer des außergewöhnlichen Projektes waren dabei, nicht etwa, weil sie Nachhilfe bräuchten, sondern um noch einige Feinheiten dieser musikalischen Herausforderung zu optimieren. Manche sangen um ersten Mal das Weihnachtsoratorium. Sie kommen nicht nur aus dem Kirchenkreis Leine-Solling, sondern tatsächlich aus ganz Deutschland, manche haben ihre Wurzeln in der Region und nutzen das Singalong als Familienevent, andere sind Sponsoren und wollen außerdem mit ihrer Stimme unterstützen.

Es ist also ein im besten Sinne bunter Haufen mit unterschiedlichsten Vorkenntnissen. Einige von ihnen singen in Chören, einige hatten einfach Lust aufs gemeinsame Singen und haben sich im vergangenen Jahr einfach mal angemeldet. Seitdem wurde anhand der Noten oder mit Hilfe einer CD allein oder ins kleineren und größeren Gruppen fleißig geübt. Und tatsächlich – das wurde bei dieser Generalprobe sofort deutlich – ist aus ihnen ein gemeinsamer Projektchor geworden.

Nun sind der Spaß und das Miteinander das eine, die musikalische Herausforderung jedoch das andere. Immerhin geht es hier um Bach und eines der ganz großen Werke der christlichen Musikgeschichte. Daher ging es an diesem Abend auch noch einmal ans Eingemachte. Die drei Kreiskantoren übten einzelne Stücke, Einzelne Passagen und manchmal sogar einzelne Betonungen, um wirklich das Beste aus den Teilnehmern herauszuholen. Mal musste der Sopran ran, mal der Alt, mal die wenigen Tenöre und mal der Bass – sie alle bekamen letzte professionelle Instruktionen.

Was nun aber wiederum sehr ernst klingt, brachten Ole Hesprich, Ulrike Hastedt und Benjamin Dippel mit sehr viel Freude und Humor rüber. So wurde beispielsweise eindringlich gebeten, entgegen aller südniedersächsischen Gewohnheit nicht von „Hörten“, sondern von viel schöner klingenden „Hirten“ zu singen. Dennoch blieben die Passagen mit den vielen Sechzehntel-Noten für manche eine zu große Aufgabe.

Dabei gehe es Bach gar nicht darum, dass jede einzelne Note präzise getroffen wird, so Dippel, vielmehr stehe das mitreißende Jubilieren der Engelschöre im Vordergrund. „Wenn Sie also in den Sechzehnteln seekrank werden, dann gucken Sie nach vorne und steigen Sie irgendwann wieder mit ein. Blöd wird es echt nur, wenn gar keiner mehr singt“, gab er als Tipp mit, „Daher achten Sie auf mich hier vorne, gucken Sie mich an, denn sonst kann ich Ihnen nicht helfen und Sie sind lost in Sechzehntel.“

Dank solcher Motivation wurde schon die letzte Probe mit nicht einmal der Hälfte aller Sänger zum Hörerlebnis. Wie wird wohl dann erst die Aufführung werden, bei der ja auch noch ein professionelles Orchester hinzukommt? Das lässt sich am Samstag, 12. Januar, ab 17 Uhr im PS Speicher in Einbeck herausfinden. Es wird mit Sicherheit ein unvergleichliches Erlebnis im Kirchenkreis Leine-Solling.

Leine-Solling-Pressedienst