Kommunikationsexperten: Kirche muss digitale Medien mehr nutzen

Nachricht 24. Februar 2018

Buchholz/Kr. Harburg. Der Osnabrücker Kommunikationsexperte Lars Harden rät den Kirchen, noch mehr über die neuen Medien zu kommunizieren. "Ich wünsche mir, dass Kirche die technischen Voraussetzungen aufbaut, um mit allen Kirchenmitgliedern jenseits der bereits genutzten Kanäle in Kontakt treten zu können, ob analog oder digital", sagte der Professor an der Abteilung Kommunikation und Gesellschaft der Hochschule Osnabrück bei einem Empfang der evangelischen Kirchenkreise Hittfeld und Winsen in Buchholz bei Hamburg.

Gemeinsam mit dem Leiter der Kommunikation der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Klaus Motoki Tonn, blickte Harden auf die Veranstaltungen zum 500. Jubiläum der Reformation im vergangenen Jahr zurück, wie der Kirchenkreis Hittfeld am Donnerstag mitteilte. Darüber sei deutschlandweit in mehr als 235.000 Beiträgen in Online-Medien, Tages- und Wochenzeitungen berichtet worden.

"Ich glaube, wir tun als Kirche typischerweise das, was wir besonders gut können mit den uns angestammten Milieus und über die Medien, die wir gut bedienen können", sagte Harden. "Aber schließen wir damit nicht andere Zielgruppen aus?" So seien jüngere Menschen vor allem bei Whatsapp, Instagram und YouTube unterwegs.

Tonn forderte die Kirche dazu auf, noch stärker Themen zu setzen. "Dabei dürfen wir nicht nur auf das Digitale schielen, wir haben mit unseren Gemeindebriefen auch ein großes mediales Pfund." Etwa 74 Prozent der Empfänger läsen den Gemeindebrief. "Dennoch müssen wir hinterfragen, wie wir mit dem Leben in der digitalen Welt umgehen."

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen