Partnerschaft mit Kirchen im Libanon: Reisetagebuch - 2. Tag

Nachricht 13. Februar 2018

"Am heutigen Tag haben wir als Delegation drei Orte besucht, an denen Flüchtlingsarbeit geleistet wird.

Der erste war eine 2015 gegründete Flüchtlingsschule in Kob-Elias. Ein leer stehendes früheres Schulgebäude der evangelischen Kirche wird dort genutzt, um Kinder im Alter von 5-11 Jahren aus den umliegenden Flüchtlingscamps zu unterrichten. Sie lernen Englisch, Mathematik, Naturwissenschaften und Arabisch. Im Gespräch wurde betont, die ausschliesslich evangelischen Lehrkräfte legten Wert auf "ethic and behaviour" - Grundwerte und soziale Verantwortung.

An sechs Standorten werden insgesamt 650 überwiegend muslimische Kinder unterrichtet. Intensiver Kontakt wird zu den Eltern gepflegt, die es nach anfänglicher Zurückhaltung sehr begrüßen, dass ihre Kinder dort beschult werden.

Beeindruckend war die erfahrene Gastfreundschaft einer Familie mit neun Kindern im Alter zwischen 9 und 20 Jahren in einem der Flüchtlingscamps. Sie lebt seit vier Jahren dort und hat viele Verwandte im Krieg in Syrien verloren. Der Gesamtverantwortliche für alle Schulen der Synode Suheil Saoud berichtete stolz, eines der Mädchen habe in zwei Jahren so viel gelernt, dass es nun den Stoff der ersten vier Schuljahre beherrsche und an einer staatlichen Schule gut weiterlernen könne.

Schliesslich besuchten wir die Evangelical School in der katholisch geprägten 300.000 Einwohner-Stadt Zahle. 1868 von Missionaren gegründet, bietet die Schule heute von der Krippe für Babys ab acht Monaten, einen Kindergarten und die Primary- bis hin zur Secondary School einen Bildungsgang bis zur Hochschulreife. Beschult werden knapp 1000 Schülerinnen und Schüler. Die Schulleiterin betonte, Kinder aller Religionen lägen ihnen gleichermaßen am Herzen."

Elke Helma Rothämel

Reisetagebuch

Seit Samstag (10.02.2018) ist eine Delegation der Landeskirche Hannovers im Libanon. Ziel der Reise sind weitere Verabredungen zum Aufbau partnerschaftlicher Beziehungen mit den evangelischen Kirchen im Libanon. Das gilt besonders für die Nationale Evangelische Synode in Syrien und im Libanon, die besondere Akzente in der schulischen Arbeit setzt.

Der Delegation gehört auch Studiendirektorin Elke Helma Rothämel an. Sie leitet die Evangelische IGS Wunstorf. Gemeinsam mit den anderen Delegationsmitgliedern berichtet sie von der Reise.

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