Gedenkstätte Ahlem zeigt Ausstellung über Landwerk Neuendorf

Nachricht 13. Oktober 2017
Gedenkstätte Ahlem

Hannover. Die Gedenkstätte Ahlem bei Hannover zeigt von Sonntag an eine Ausstellung mit dem Titel "Jüdisches Hachschara- und Zwangsarbeitslager Neuendorf im Sande 1932-1943". Die Lager bildeten für jüdische auswanderungswillige Jugendliche eine Übergangsphase zwischen ihrer Jugend in Deutschland und dem späteren Leben in den Aufnahmeländern wie Palästina, wie die Region Hannover am Donnerstag mitteilte. Hachschara beutetet auf Hebräisch "Vorbereitung".

Die Schau präsentiert den Angaben zufolge eine Mischung aus historischen Informationen, biografischen Bezügen und Fotos. Sie wurde von der Kulturscheune Neuendorf im Sande in Brandenburg produziert. In Ahlem ist sie bis zum 26. November zu sehen.

Das Landwerk Neuendorf war eine 1932 gegründete jüdische Arbeiterkolonie und Ausbildungsstätte auf dem Gut Neuendorf in Brandenburg. Es diente zahlreichen Jugendlichen zur beruflichen und kulturellen Vorbereitung ihrer Auswanderung aus Deutschland. Seit 1941 war Neuendorf NS-Zwangslager. Der spätere Fernsehmoderator Hans Rosenthal (1925-1987) musste dort Zwangsarbeit leisten, die Montessori-Pädagogin Clara Grunwald (1877-1943) arbeitete dort als Erzieherin, bis sie in das Vernichtungslager KZ Auschwitz-Birkenau verschleppt und dort ermordet worden ist.

epd Landesdienst Niedersachsen-Bremen