Ein Fest für alle - Tagesförderstätte Leinebergland feiert das erste Magnolienfest

Nachricht 25. April 2017

Betheln. Der Frost der vergangenen Woche hat der Magnolie im Garten der Tagesförderstätte Leinebergland etwas zugesetzt. Die rosafarbenen Blüten haben braune Ränder bekommen. Doch das störte am Sonntag in Betheln niemanden. Die Tagesförderstätte der Diakonie Himmelsthür, in der Menschen mit geistiger Behinderung arbeiten und betreut werden, feierte ihr erstes Magnolienfest. „Die Idee zu dem Fest hatten wir schon, als wir uns das Haus vor vier Jahren zum ersten Mal angeschaut haben“, erinnert sich Katrin Angelstein, Bereichsleiterin Tagesförderung und Freizeitgestaltung bei der Diakonie Himmelsthür. Damals habe die große Magnolie, die den Garten des Hauses schon seit über 100 Jahren schmückt, ebenfalls gerade geblüht. „Wir haben uns gesagt, wenn es mit diesem Haus klappt, feiern wir ein Magnolienfest.“

Es klappte. Die Diakonie Himmelsthür mietete das große Bauernhaus mitten in Betheln und passte es an die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung an. Zwei Jahre dauerten die Umbauten. Seit Mai 2015 besuchen etwa 30 Menschen mit Behinderung tagsüber das Haus in Betheln, arbeiten zum Beispiel mit Holz oder im hauseigenen Obst- und Gemüsegarten oder kochen für alle Beschäftigten. Bis das erste Magnolienfest gefeiert werden konnte, sollte es aber nochmals zwei Jahre dauern.

Es ist wie geplant ein Fest für das gesamte Dorf geworden. Gemeinsam mit der Familie Kemmerer, der das Haus und das Grundstück der Tagesförderung gehören, und mit Angela Grapentin vom Verein Dorfpflege organisierten Katrin Angelstein und Henning Brandes, Fachbereichsleiter für Osterwald, Marienhagen und Betheln, ein umfangreiches Programm. Dabei gab es viel Unterstützung aus dem Ort. Die Freiwillige Feuerwehr beteiligte sich ebenso wie das Rote Kreuz, die Kyffhäuser Kameradschaft und der MTV Betheln.

Von der Kletterwand bis zum Ponyreiten wurden verschiedenste Aktivitäten angeboten,  Kunsthandwerker aus den umliegenden Orten boten ihre Produkte an. Auch die Tagesförderstätte selbst hatte einen eigenen Verkaufsstand aufgestellt. Holzfiguren, Insektenhotels und hausgemachte Liköre hatten die Beschäftigten für das Fest hergestellt. Auf der Bühne gab es ein Musikprogramm der örtlichen Vereine.

„Wir profitieren sehr von der Offenheit der Menschen hier“, erklärt Katrin Angelstein. „Wir werden unterstützt und machen selbst auch etwas für den Ort. Das ist Inklusion.“ Dass die Tagesförderstätte sich bereits gut in den Ort integriert hat, zeigte auch der gemeinsame Auftritt des Kindergartens Regenbogenkinder mit einigen Beschäftigten der Tagesförderstätte. Gemeinsam haben sie in den vergangenen Wochen Lieder für einen Auftritt bei dem Fest eingeübt.

Auch außerhalb größerer Feste kooperiert der Kindergarten mit der Tagesförderstätte. Die Handtücher des Kindergartens werden von den Menschen mit Behinderung abgeholt und gewaschen, man feiert gemeinsame Gottesdienste und veranstaltet Märchentage. „Integration fällt auf dem Dorf einfach leichter“, erklärt Brandes. „Die Menschen, die wir hier betreuen, gehören einfach dazu. Das freut mich sehr!“

 

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