Pistorius eröffnet vierte Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge in Osnabrück

Nachricht 21. Dezember 2014

Haus unter der Leitung der Diakonie soll "Maßstäbe" setzen für die Willkommenskultur

Osnabrück (epd). Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat am Montag die vierte Erstaufnahme-Einrichtung des Landes für Flüchtlinge in Osnabrück eröffnet. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) und Vertretern der Diakonie, die das neue Flüchtlingshaus betreiben wird, begrüßte er die ersten 158 Bewohner. Sie stammen überwiegend aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und Pakistan.

"Ich heiße Sie willkommen in einem Land, das sich auf neue Bürger freut", sagte der Minister an die Neuankömmlinge gewandt. Es sei ein guter Tag für diejenigen, die aus großer Not nach Deutschland geflüchtet seien und ein guter Tag für das Land und seine Kommunen. Die neuen Bewohner waren kurz zuvor mit Bussen aus den Landesaufnahmestellen Friedland und Bramsche nach Osnabrück gebracht worden.

Rund 40 Zimmer wurden in dem bis Mitte November noch als Krankenhaus genutzten Bau bereits für die Flüchtlinge hergerichtet. Zur Eröffnung schmückten Mitarbeiter im Speisesaal die Tische mit Weihnachtssternen und Kerzen und stellten Plätzchenteller dazu. Drei Studenten kamen spontan in das neue Flüchtlingshaus und boten den Kindern Weingummi an.

Pistorius suchte das Gespräch mit der Familie von Mohammed Osi (44) und seiner Frau Besna Halid (40). "Wir sind mit unseren sieben Töchtern seit zehn Tagen in Deutschland", berichtete Osi mit Hilfe eines Dolmetschers. Zuvor seien sie aus Syrien zunächst in die Türkei geflüchtet und dann weiter gereist. Er habe 20 Jahre lang als Grundschullehrer gearbeitet. "Meine Töchter möchten gerne in Deutschland studieren."

Pistorius, der selbst einen gebrauchten Fernseher für den Aufenthaltsraum spendete, zeigte sich begeistert von der großen Hilfsbereitschaft der vielen Ehrenamtlichen und der Osnabrücker Bürger. Er gehe davon aus, dass die Einrichtung unter der Leitung der Diakonie "Maßstäbe" setzen werde: "Das ist richtige Antwort für diejenigen in unserem Land, die Angst haben vor etwas, das gar nicht da ist", betonte er mit Blick auf Pegida-Demonstrationen.

Im Osnabrücker Flüchtlingshaus soll bis Mitte 2015 Platz für bis zu 600 Schutzsuchende geschaffen werden. Sie bleiben jeweils für wenige Wochen und werden dann auf die Kommunen verteilt. Das Innenministerium hat mit der Osnabrücker Diakonie erstmals einen externen Anbieter mit der Leitung einer Erstaufnahmestelle betraut. Die Kosten für den bisherigen Umbau liegen nach Angaben des Innenministeriums bei rund 800.000 Euro. Über die Gesamtkosten könnten noch keine Angaben gemacht werden.

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