Göttinger Kinderbischöfe berichten über erstes Amtsjahr

Nachricht 06. Dezember 2014

Kinderbischöfe mussten auch einen "Kriminalfall" lösen

Göttingen (epd). Die Kinderbischöfe in der evangelischen Gemeinde Göttingen-Nikolausberg haben am Sonntag Rechenschaft über das erste Jahr ihrer Tätigkeit abgelegt. Sie hätten für die Kinder des Ortsteils unter anderem eine Rallye durch das Kirchengebäude und eine Schnitzeljagd zur Erkundung der sechs Nikolausberger Spielplätze organisiert, berichteten Greta Glöde, Hannah Schildhaus und Anouar Kaul im Gottesdienst. Der Bericht lag dem epd vorab in schriftlicher Form vor. Die drei jetzt zehn und elf Jahre alten Fünftklässler hatten vor einem Jahr ihr Amt angetreten und werden es noch ein weiteres Jahr ausüben.

Greta erzählte von einem "spannenden Kriminalfall", den die Kinderbischöfe gleich zu Beginn ihrer Amtszeit lösen mussten: Die Suche und das erfolgreiche Aufspüren eines verschwundenen "30er-Männchens" - die hölzerne Figur mahnt Kraftfahrer zur Einhaltung von Tempo 30 in Nikolausberg. "Ob es nun entführt wurde oder nur einen kleinen Spaziergang gemacht hatte, wird wohl nie aufgeklärt werden", sagte Greta." Auf jeden Fall hängt es wieder an der Laterne wo es vorher hing, damit die Autofahrer nicht zu schnell fahren."

Die 1999 erstmals ernannten kleinen Bischöfe in Nikolausberg sollen die Interessen der Mädchen und Jungen auch gegenüber dem Ortsrat und dem Kirchenvorstand vertreten. Mit der Ernennung von Kinderbischöfen wollte die Kirchengemeinde eine alte Tradition neu beleben. Im Mittelalter seien am Vorabend des Nikolaustages in vielen Orten Europas Kinderbischöfe eingesetzt worden, die auf die Sorgen und Probleme von Kindern aufmerksam machten. Auch an anderen Orten Deutschlands gibt es inzwischen wieder Kinderbischöfe - so in Hamburg und in Ottstedt bei Weimar. In Berlin amtieren seit fünf Jahren jeweils vier "Schülerbischöfe".

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