Essensausgabe will 14.000 Mahlzeiten an Bedürftige verteilen

Nachricht 05. Dezember 2014

Hannover (epd). Die ökumenische Essensausgabe in Hannover teilt seit dieser Woche wieder kostenlose warme Mahlzeiten an Bedürftige aus. "Die Armen gehören zur Kirche und die Kirche ist für die Armen da", sagte der römisch-katholische Pfarrer am Johannes Lim am Freitag in Hannover. Bis März wollen ehrenamtliche Helfer rund 14.000 Mahlzeiten and Wohnungslose und andere Bedürftige ausgeben. Nach Angaben der Initiatoren kommen täglich im Schnitt etwa 160 Menschen, am Monatsende seien es sogar bis zu 250 Menschen. Katholische und evangelischen Träger haben das Projekt vor mehr als 25 Jahren gemeinsam ins Leben gerufen. 

"Arme haben keine Chance auf eine Wohnung in Hannover. Die Situation ist desaströs", sagte der Leiter des Diakonischen Werkes Hannover Rainer Müller-Brandes. Bei der Essensausgabe bekämen die Bedürftigen nicht nur Essen und Trinken, sondern fänden auch kompetente Ansprechpartner, die ihnen in allen Lebenslagen weiterhelfen. 

Der Leiter der Zentralen Beratungsstelle für Personen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten, Gottfried Schöne, sagte: "Die Leute, die zu uns kommen, sind in einem immer elendigeren Zustand." Insgesamt leben nach seinen Angaben rund 3.000 Wohnungslosen in Hannover. Die Essensausgabe trage zumindest "einen kleinen Teil zur Verbesserung der Lage" bei, lobte er.

Neben Wohnungslosen nehmen auch Arbeitslose, Geringverdiener, Rentner und kranke Menschen, die selbst nicht in der Lage sind zu kochen, das Angebot wahr, sagte der ehrenamtliche Helfer Fritz Rötterink. Immer öfter komme es zu Konflikten. Inzwischen gebe es bis zu zwei Polizeieinsätze pro Monat bei der Essensausgabe, in früheren Jahren habe es maximal einen oder zwei Einsätze in der gesamten Saison gegeben.  

Um die ausschließlich aus Spenden finanzierte Essensausgabe zu unterstützen, wird am 13. Dezember die riesige Strickmütze der Künstlerin Mansha Friedrich versteigert, die im Oktober und November die Kuppel der St.-Clemens-Basilika in Hannover geziert hatte. Für die Auktion wurden aus den rund 400 Kilo schweren Wollstreifen einzelne Schals und Decken angefertigt. 

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