Landeskirche plant Strukturveränderungen bei soliden Finanzen

Nachricht 24. November 2014

Hannover (epd). Mit soliden Finanzen im Rücken will die hannoversche Landeskirche weiter an Strukturveränderungen arbeiten. Dazu gehörten Beratungen über Verfassungsfragen und ein Kommunikationskonzept, sagte Jörn Surborg als Vorsitzender des Landessynodalausschusses am Dienstag zum Auftakt der Herbsttagung des Kirchenparlaments. Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers ist mit 2,7 Millionen Mitgliedern die größte evangelische Landeskirche in Deutschland.

Finanziell gehe es der Landeskirche gut, sagte Surborg. Die Einnahmen aus der Kirchensteuer entwickelten sich zurzeit positiv, und es gebe Haushaltsüberschüsse: "Wir verspüren keinen Handlungsdruck." Gleichwohl müsse die Kirche auch neue Wege gehen: "Wer nicht den Mut zum Ausprobieren hat, verfällt in Schockstarre." Niemand garantiere der Kirche, dass das Fahrwasser so ruhig bleibe wie bisher.

Unter anderem stärke die Landessynode ihre 49 Kirchenkreise zwischen Göttingen und Cuxhaven und gebe damit Kompetenzen von der oberen an die mittlere Verwaltungsebene ab. Sie müsse zudem flexibel auf die zurückgehende Zahl der Bewerber für den Pfarrdienst reagieren. Zugleich baue sie das Predigerseminar im Kloster Loccum bei Nienburg aus. Dort werden die angehenden Pastorinnen und Pastoren der niedersächsischen evangelischen Kirchen gemeinsam auf ihre künftigen Aufgaben vorbereitet.

Surborg mahnte das evangelische Kirchenparlament, sorgsam mit dem anvertrautem Geld der Kirchenmitglieder umzugehen. Die Debatte um den "prunksüchtigen" katholischen Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst zeige, "dass selbst eher der Kirche positiv gegenüber stehende Milieus dann fluchtartig aus der Kirche austreten, wenn sie das Gefühl haben, da wird sinnlos Geld verprasst."

Der Vorsitzende bedauerte, dass Menschen aus der evangelischen Kirche austräten, weil sie sich über einen katholischen Bischof aus Limburg ärgerten. "Da argumentativ und besonnen dagegenzuhalten, fällt nicht leicht." Allgemein sei es schwieriger geworden, kirchliche Positionen in das politische und öffentliche Umfeld hinein zu vermitteln.

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