Kirchen in Niedersachsen feiern 50 Jahre Ökumene - Bischöfe rufen zu gemeinsamen Wegen auf

Nachricht 21. November 2014

Hildesheim/Osnabrück (epd). Die evangelischen Bischöfe Ralf Meister und Karl-Hinrich Manzke haben am Freitag die Fortschritte der Ökumene in Niedersachsen in den vergangenen 50 Jahren gewürdigt. Sie predigten auf Einladung der katholischen Kirche in den Domen von Osnabrück und Hildesheim. Am 21. November 1964 wurde das Ökumenismus-Dekret des Zweiten Vatikanischen Konzils veröffentlicht. Damit richtete die katholische Kirche ihre Zusammenarbeit mit den protestantischen und orthodoxen Kirchen neu aus, die nun stärker gewürdigt wurden. Fast alle katholischen Bischöfe in Deutschland hatten aus Anlass des Jahrestages zu ökumenischen Gottesdiensten eingeladen.

Das Konzil habe die Grundlage für einen ökumenischen Dialog eröffnet, wie es ihn bis dahin nicht gegeben habe, sagte der hannoversche Landesbischof Ralf Meister im Osnabrücker Dom. Katholische und evangelische Christen sollten weiter auf eine Einheit der Kirchen zugehen, sagte Meister laut seinem Redemanuskript. Zu dem Gottesdienst hatte der katholische Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode auch zahlreiche Vertreter der evangelischen Kirchen aus Niedersachsen und Bremen eingeladen. 

"Insbesondere der gesellschaftliche Pluralismus und die Säkularisierung fordern ökumenische Anstrengungen", sagte Meister. Dabei seien die Kirchen in Niedersachsen bereits auf einem guten Weg. Angesichts einer multireligiösen Gesellschaft und des Mitgliederrückganges der Kirchen müssten sie zugleich gemeinsam gute neue Wege suchen. Auch die Erinnerung an das 500-jährige Reformationsjubiläum im Jahr 2017 sollte nicht als Fest einseitiger Freude gefeiert werden, sagte Meister. Es müsse ein gemeinsames Christusfest werden.

Im Hildesheimer Dom feierte der katholische Bischof Norbert Trelle mit Vertretern der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Niedersachsen. Die Einladung dazu sei "ein großes geschwisterliches Zeichen", sagte Bischof Karl-Hinrich Manzke von der Landeskirche Schaumburg-Lippe laut seinem Predigtmanuskript. "Wir wollen gemeinsam die Schönheit und Klarheit des Christusglauben leben und in der Welt bekannter machen", sagte der Bischof, der auch Catholica-Beauftragter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) ist. 

Das Ökumenismus-Dekret "Unitatis redintegratio" gilt als entscheidendes Dokument für die ökumenische Öffnung der katholischen Kirche und wurde zum wegweisenden Impuls für ihr Engagement im ökumenischen Dialog. Es wurde 1964 vom Zweiten Vatikanischen Konzil verabschiedet und durch Papst Paul VI. am 21. November in Kraft gesetzt.

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