Kloster Loccum beleuchtet 9. November in der deutschen Geschichte

Nachricht 06. November 2014

Loccum/Kr. Nienburg (epd). Mit einem besonderen Gottesdienst erinnert das evangelische Kloster Loccum bei Nienburg an zentrale Ereignisse am 9. November in der deutschen Geschichte der vergangenen hundert Jahre. Dabei sollen nach Angaben der Initiatoren am Sonntag vier prominente Zeitgenossen jeweils sieben Minuten lang über ein Ereignis sprechen. Der 9. November gilt als "Schicksalstag der Deutschen".

Der hannoversche Sozialphilosoph Oskar Negt widmet sich dem 9. November 1918, als der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann während der November-Revolution vom Balkon des Berliner Reichstags die Republik ausrief und damit das Ende des Kaiserreichs besiegelte. Der frühere Präsident des niedersächsischen Landtags, Rolf Wernstedt (SPD), erinnert an den missglückten "Hitler-Putsch" im Jahr 1923 mit dem Marsch auf die Münchner Feldherrenhalle.

Der ehemalige hannoversche Stadtsuperintendent Hans-Werner Dannowski spricht über die Reichspogromnacht 1938, als die Nazis mehr als tausend Synagogen in ganz Deutschland zerstörten. Der frühere Direktor der Evangelischen Akademie Loccum, Hans May, beleuchtet den Mauerfall 1989.

Zu Beginn des Gottesdienstes hält der Abt des Klosters, der frühere hannoversche Landesbischof Horst Hirschler, eine Kurzpredigt. Im Anschluss an die Feier gibt es im historischen Refektorium des Klosters eine Podiumsdiskussion über die Bedeutung des 9. November.

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