Ausstellung über erste Frauen im Pfarramt eröffnet

Nachricht 31. Oktober 2014

Drei Jahre lang stritt das hannoversche Kirchenparlament einst um die Ordination von Frauen ins Pfarramt. Vor 50 Jahren machte die evangelische Landeskirche den Weg frei für Pastorinnen. Daran erinnert jetzt eine neue Wanderausstellung.

Hannover/Loccum (epd). Eine neue Wanderausstellung über die ersten Frauen im Pfarramt der hannoverschen Landeskirche ist am Sonnabend in Loccum bei Nienburg eröffnet worden. Unter dem Titel "Angekommen! Der lange Weg der Frauen ins Pfarramt" ist sie dort zunächst in der Klosterkirche zu sehen. 1964 schaffte die hannoversche Landeskirche mit einem Pastorinnengesetz die Voraussetzung dafür, dass Frauen ins Pfarramt ordiniert werden konnten. "Das war ein entscheidendes Datum für Frauen und Männer", sagte die hannoversche Oberkirchenrätin Heike Köhler.

Das Gesetz war lange umkämpft und nach seiner Einführung blieb der Weg der Frauen ins Pfarramt steinig. Bis 1969 eine Gesetzesreform verabschiedet wurde, mussten die Pastorinnen nach einer Heirat ihr Amt niederlegen. Erst 1978 brachte ein neues Pfarrergesetz die völlige Gleichstellung auf dem Papier. "Es gab für uns noch keine Vorbilder", sagte die spätere Oberlandeskirchenrätin Dorothea Biermann (72), die 1974 ihre erste Pfarrstelle antrat. Oft sei sie gefragt worden: "Kommt denn auch noch ein Mann?"

Die Ausstellung zeichnet auf Bildtafeln, in Hörstationen und in einem Film die Geschichte der Theologinnen von 1920 bis heute nach, unter anderem mit Biografien engagierter Frauen. Nach Loccum ist sie unter anderem in Hannover, Bremerhaven, Osnabrück und Uelzen zu Gast.

Heute sind etwa ein Drittel der rund 1.800 Pastorinnen und Pastoren in der hannoverschen Landeskirche weiblich. Beim theologischen Nachwuchs, den Vikaren, stellen die Frauen die Mehrheit. Vor allem in den Leitungsämtern seien die Frauen weiter unterrepräsentiert, sagte die hannoversche Regionalbischöfin Ingrid Spieckermann. Wichtig seien neue Modelle für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ergänzte die Gleichstellungsbeauftragte der Landeskirche, Hella Mahler.

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