Landessuperintendent Gorka dankbar für Demokratie

Nachricht 30. Oktober 2014

Eltze/Reg. Hannover (epd). Der Hildesheimer Landessuperintendent Eckard Gorka hat anlässlich des Reformationstags die Bedeutung der Demokratie und der Gewaltenteilung des Staates hervorgehoben. "Wo die staatliche Ordnung zerfällt, herrschen Willkür, Ungerechtigkeit und Unfrieden", sagte der evangelische Theologe am Freitagabend bei einer Podiumsdiskussion in Eltze bei Hannover.

"Menschen verlieren nicht nur die Freiheit, sondern auch das Leben." Macht sei in der Demokratie auf Zeit verliehene Macht, sagte Gorka. "Das begrenzt sie und macht sie grundsätzlich fehlerfreundlich." Die jeweils Machthabenden könnten wieder abgewählt werden. Die Demokratie lebe aber heute auch von der politischen Mitverantwortung der Bürger, mahnte Gorka. "Deshalb kann das Ja zu dieser Staats- und Gesellschaftsordnung nicht mehr nur in einem Gehorsam bestehen, dem im Grenzfall des Gewissenskonfliktes nur der Weg bleibt, sich zu verweigern und leidend die Folgen auf sich zu nehmen."

In seinem Vortrag über das Verhältnis von Staat und Kirche lobte der Theologe zudem das deutsche Modell der Trennung von beiden Institutionen. Dieses schütze die Kirche vor einer politischen Einflussnahme des Staates auf die Menschen und den Staat vor dem Einfluss religiöser Kräfte. "Am meisten dienen Staat und Kirche den Menschen, wenn sie je bei ihrer Sache bleiben."

In Deutschland sei das Verhältnis zwischen Kirche und Politik grundsätzlich gut, sagte Gorka. "Wir haben als Bürger und auch als Christen allen Grund, dafür dankbar zu sein." Dennoch sei es wichtig, sich immer wieder darüber zu vergewissern, was dieses Verhältnis ausmache und was die Grundlage des Glaubens sei.

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