Evangelische Bildungsdezernentin: Kirchen müssen sich in Bewegung setzen

Nachricht 30. Oktober 2014

Hannover (epd). Die Bildungsdezernentin der hannoverschen Landeskirche, Kerstin Gäfgen-Track, hat die Kirchen am Reformationstag dazu aufgerufen, sich angesichts der vielen politischen und sozialen Probleme in der Welt gemeinsam in Bewegung zu setzen. Es gebe zahlreiche Herausforderungen, sagte die evangelische Oberlandeskirchenrätin am Freitag in einem Gottesdienst in der Neustädter Hof- und Stadtkirche in Hannover. Sie erinnerte unter anderem an das Flüchtlingselend, die Konflikte im Nahen Osten und in der Ukraine, aber auch an Schüler ohne Schulabschluss in Deutschland.

"Es ist ein Kerngedanke der Reformation, dass Christinnen und Christen sich bürgerschaftlich engagieren sollen. Wenn wir diesen Gedanken starkmachen, kommen wir ökumenisch vielleicht weiter", sagte die Theologin. Durch gemeinsames Handeln könnten sich die katholische und die evangelische Kirche weiter aufeinander zubewegen: "Es könnte sein, dass wir uns als Evangelische hier mit Papst Franziskus treffen, der sich bewusst der Armut der Menschen annehmen will - außerhalb der Mauern des Vatikans". So könnte zusammenwachsen, was zusammengehöre: "Vielleicht stellt sich dann die Frage nach der kirchlichen Einheit nicht mehr."

Gäfgen-Track unterstrich, dass Gott kein Halloween-Geist sei, "den man mit Süßigkeiten besänftigen und mit Kürbisköpfen erschrecken kann". Er sei vielmehr ein Gott der Macht und Stärke, voller Lebendigkeit und Leidenschaft: "Der Gedanke an Gott ist kein Spiel, kein 'trick or treat', sondern es geht ums Ganze, um mein Leben, mein Recht, meine Würde."

Am Reformationstag (31. Oktober) erinnern Protestanten in aller Welt an den Beginn der Reformation durch Martin Luther (1483-1546) und die Entstehung der evangelischen Kirche vor fast 500 Jahren.

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