Oberlandeskirchenrätin: Halloween ist keine Konkurrenz zum Reformationstag

Nachricht 28. Oktober 2014

Hannover (epd). Die Bildungsdezernentin der hannoverschen Landeskirche, Kerstin Gäfgen-Track, sieht im Halloween-Grusel keine Konkurrenz zum Reformationstag. "Dank der naturwissenschaftlichen Aufklärung muss sich heute niemand mehr vor Geistern fürchten. Halloween braucht es dafür nicht", sagte die Oberlandeskirchenrätin im Interview der "Neuen Presse" Hannover (Mittwochsausgabe).

An diesem Freitag (31. Oktober) erinnert die evangelische Kirche an die Reformation durch Martin Luther vor fast 500 Jahren. Zugleich gehen viele Kinder an Halloween als Gruselgestalten von Haus zu Haus.

Die Reformation sei der Grundbaustein der heutigen Demokratie und Gesellschaft, betonte Gäfgen-Track. "Sie beflügelte auch das Recht auf Bildung. Deutschland wurde von der Reformation geprägt - so sehr, wie uns keine Geister prägen können."

"Zum Spaßhaben brauchen Kirche und Welt kein Halloween", betonte die Oberlandeskirchenrätin. Die Kirche zeige seit mehr als zehn Jahren mit dem Projekt "Hallo Luther", dass es viele kreative Ideen für den Reformationstag gebe. "Luther steht dabei mit einem Augenzwinkern Pate", sagte Gäfgen-Track.

Der aus den USA stammende Grusel-Brauch Halloween wird in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November begangen - also zwischen dem evangelischen Reformationstag und dem katholischen Hochfest Allerheiligen. Irische Einwanderer hatten das aus alten keltischen Wurzeln stammende Brauchtum nach Amerika gebracht. Halloween leitet sich ab von "All Hallow's Eve", dem Abend vor Allerheiligen. In der Nacht, so glaubten die vorchristlichen Bewohner des heutigen Irlands und Wales, betraten die Seelen Verstorbener und böse Geister die Menschenwelt. Fackeln und Feuer halfen, das Böse zu vertreiben. Im Laufe der Zeit kam die passende Verkleidung hinzu.

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