Ausstellung und Tagung erinnern an erste Frauen im Pfarramt

Nachricht 28. Oktober 2014

Hannover/Loccum (epd). Eine neue Wanderausstellung erinnert daran, dass vor 50 Jahren in der hannoverschen Landeskirche erstmals Frauen als Pastorinnen arbeiten durften. Unter dem Titel "Angekommen! Der lange Weg der Frauen ins Pfarramt" ist sie ab dem 1. November zunächst in der Klosterkirche in Loccum bei Nienburg zu sehen. 1964 schaffte die hannoversche Landeskirche mit einem Pastorinnengesetz die Voraussetzung dafür, dass Frauen ins Pfarramt ordiniert werden konnten. "Das war ein entscheidendes Datum für Frauen und Männer", sagte die hannoversche Oberkirchenrätin Heike Köhler am Freitag in Hannover.

Neben der Ausstellung zeichnen eine Tagung am 1. und 2. November in Loccum und ein Buch den Weg der Frauen ins Pfarramt nach, der auch nach der Einführung des Gesetzes zunächst steinig blieb. Bis 1969 eine Gesetzesreform verabschiedet wurde, mussten die Pastorinnen nach einer Heirat ihr Amt niederlegen. Erst 1978 brachte ein neues Pfarrergesetz die völlige Gleichstellung auf dem Papier. "Es gab für uns noch keine Vorbilder", sagte die spätere Oberlandeskirchenrätin Dorothea Biermann, die 1974 ihre erste Pfarrstelle antrat. Oft sei sie gefragt worden: "Kommt denn auch noch ein Mann?"

Heute ist etwa ein Drittel der rund 1.800 Personen umfassenden Pastorenschaft in der hannoverschen Landeskirche weiblich. Beim theologischen Nachwuchs, den Vikaren, stellen die Frauen mit zwei Dritteln die Mehrheit. Die Ausstellung zeichnet die Geschichte der Theologinnen von 1920 bis heute nach, unter anderem mit Biografien engagierter Frauen. Nach Loccum ist sie unter anderem in Hannover, Bremerhaven, Osnabrück und Uelzen zu Gast.

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