12. Forum zur Begegnung von Christen und Muslimen in Niedersachsen

Nachricht 21. Oktober 2014

Islamischer Religionsunterricht: Taugt, was in der Theorie richtig ist, auch in der Praxis?

Seit einem Jahr ist Islamische Religion ein ordentliches Fach
in der niedersächsischen Grundschule. Ab dem Schuljahr
2014/2015 wird es auch ab Klasse 5 unterrichtet werden.
Die Voraussetzungen dafür sind in den vergangenen zehn
Jahren während eines Schulversuchs geschaffen worden.

Lehrpläne für das Fach Islamische Religion wurden geschrieben.
Lehrer und Lehrerinnen wurden ausgebildet. Schulbücher wurden veröffentlicht. Ein Beirat für den Islamischen Religionsunterricht wurde ins Leben gerufen. Erste Lehrerlaubnisse wurden erteilt. Immer wieder stellte sich die Frage: Was kann, soll, muss der Islamische Religionsunterricht leisten? Zu Beginn des Schulversuchs im Jahr 2003 waren die Erwartungen groß: Die Schülerinnen und Schüler sollten in der Schule lernen, über ihre eigenen religiösen Überzeugungen Auskunft zu geben, reflektiert, kritisch und in deutscher Sprache. Sie sollten lernen, tolerant zu sein gegenüber Nichtmuslimen und Menschen mit anderen Überzeugungen. Der Unterricht sollte sie davor behüten, denjenigen auf den Leim zu gehen, die radikale politische Ansichten vertreten.

Haben sich diese Erwartungen erfüllt? Wie steht es um die
Theorie und Praxis des Islamischen Religionsunterrichts? Diese
und ähnliche Fragen diskutiert das diesjährige Forum zur
Begegnung von Christen und Muslimen in Niedersachsen am Freitag, 24. Oktober ab 17.30 Uhr im Haus kirchlicher Dienste in Hannover. Flyer zur Anmeldung: siehe Info-Box.

Referentinnen sind die Pädagoginnen Annett Abdel-Rahman und Dr. Ingrid Wiedenroth-Gabler. Abdel-Rahman ist Lehrerin für Islamische Religion an der Drei-Religionen-Grundschule in Osnabrück und Lehrbeauftragte an den Universitäten Osnabrück und Kassel. Dr. Wiedenroth-Gabler ist Religionspädagogin am Seminar für Evangelische Theologie der Universität Braunschweig.

Beide Referentinnen waren Mitglieder der Kommission des
niedersächsischen Kultusministeriums, die das Kerncurriculum
für das Fach Islamische Religion in der Sekundarstufe I
erarbeitet hat.