Landesbischof Meister: Geld darf für Kirchen niemals Zweck sein

Nachricht 11. Oktober 2014

Cadenabbia/Hannover (epd). Beim Umgang mit Geld werden an die Kirchen nach Ansicht von Landesbischof Ralf Meister höhere Maßstäbe angelegt und sie müssen sich bewähren. In den Debatten über Staatsleistungen, Kirchensteuer und kirchliche Vermögen werde erwartet, dass die Kirche Glaubwürdigkeit und Wahrhaftigkeit unter Beweis stelle, sagte der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers am Sonntag im norditalienischen Cadenabbia. "Wenn die Kirche durch echte oder vermeintliche Fehltritte diese Glaubwürdigkeitserwartung enttäuschen, kommt es zu einer völligen Infragestellung der Institution selbst", sagte Meister laut Redemanuskript. Für die Kirche sei die Übereinstimmung von Wort und Tat ein entscheidendes Moment und Kern ihrer Glaubwürdigkeit.

Der evangelische Landesbischof sprach zum Auftakt einer Tagung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung zum Thema "Gott, Geld und Glaubwürdigkeit". Aus der biblischen Unterscheidung von Gott und Mammon folge für die Kirchen, dass sich die Nachfolge Christi auch in einem veränderten Umgang mit Geld niederschlagen müsse. "Geld darf niemals Zweck, sondern immer nur Mittel sein und zwar Mittel zum Dienst an den Schwächsten der Gesellschaft", argumentierte der Theologe.

In einer von Geld bestimmten Gesellschaft hängt Meister zufolge die Glaubwürdigkeit der Kirchen davon ab, dass sie einen anderen Umgang mit Geld pflegen. "Ein Umgang, der Mittel zu einem höheren Zweck ist. An dem Umgang mit Geld entscheidet es sich, ob es sich um Mammondienst oder Gottesdienst handelt", sagte Meister.


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