Bischof Meister plädiert für mehr Offenheit der Kirche zur Kunst

Nachricht 01. Oktober 2014

Osnabrück (epd). Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat die Kirchengemeinden dazu aufgerufen, sich noch stärker mit dem Thema Kunst zu befassen. Zwar gebe es in einigen Städten bereits Kulturkirchen und auch einzelne kirchliche Kulturinitiativen. In Sachen zeitgenössischer Kunst hätten aber viele Gemeinden durchaus noch Nachholbedarf, sagte Meister am Mittwoch bei der Vollversammlung der rund 130 Pastorinnen und Pastoren des Sprengels Osnabrück. Pastoren könnten in der Kunst auch Anregungen zur Glaubensvermittlung finden: "In den Künsten werden Geschichten des Glaubens erzählt."

Gleichzeitig warnte Meister davor, Kunst uninterpretiert stehenzulassen. Bilder - ob Gemälde, Film oder Foto - seien niemals ein Abbild der Wirklichkeit. In einer Zeit, in der die Menschen stark mit Bildern lebten, dürfe die Kirche sich dieser Welt nicht verschließen, betonte der Bischof. Sie müsse vielmehr Orientierung liefern. Das Motto "Bibel und Bild", das im kommenden Jahr zentrales Thema der Lutherdekade auf dem Weg zum Reformationsjubiläum 2017 ist, könnte ein Impuls für die Gemeinden sein, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Die Kulturbeauftragte der Landeskirche, Julia Helmke, ermutigte die Gemeinden, den Dialog mit Künstlern zu suchen. Gemeinsam könnten sie neue Formen der Vermittlung des Evangeliums erarbeiten. Genauso wichtig sei es aber, in den eigenen Kirchen auf Schatzsuche zu gehen und Altar-, Wand- und Fensterbilder oder das Kreuz neu zu entdecken.

Die Pastorinnen und Pastoren beschäftigten sich in Workshops unter anderem in der Kunsthalle, dem Felix-Nussbaum-Haus und dem Erich-Maria-Remarque-Zentrum mit den Facetten des Themas. Der Sprengel Osnabrück mit rund 300.000 Gemeindemitgliedern in 114 Kirchengemeinden und fünf Kirchenkreisen erstreckt sich über die Regionen Osnabrück, Diepholz und Syke-Hoya.

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