Ostermärsche: Flüchtlingskrise im Mittelpunkt

Nachricht 27. März 2016
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Hannover/Bremen (epd). Mehrere hundert Menschen haben am Karsamstag bei Ostermärschen in Niedersachsen und Bremen gegen Kriege und Waffenexporte demonstriert. In Hannover kamen nach Polizeiangaben rund 250 Anhänger der Friedensbewegung zusammen. Unter dem Motto "Kriege stoppen - Fluchtursachen beseitigen!" setzten sie sich auch für die Aufnahme von Flüchtlingen aus Krisengebieten ein.

Krieg, Flüchtlingselend und Armut seien kein Naturgesetz, sagte Mitinitiatorin Brunhild Müller-Reiß vom Friedensbüro Hannover. "Sie sind von Menschen gemacht und deshalb auch von Menschen veränderbar."

In Bremen versammelten sich laut Polizei ebenfalls rund 250 Teilnehmer. Dort hatte unter anderem die evangelische Kirche aufgerufen, die stärkere Anstrengungen im Kampf gegen den weltweiten Hunger forderte.

In Wolfsburg demonstrierten der Polizei zufolge rund 70 Personen für ein "bunte und tolerante" Stadt. Sie folgten einem Aufruf der Gewerkschaften und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes. Weitere Aktionen gab es in Braunschweig, Delmenhorst, Goslar, Oldenburg und Osnabrück.

Bundesweit waren über Ostern nach Angaben des Netzwerks Friedenskooperative etwa 80 Demonstrationen geplant. Die Teilnehmer wandten sich gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr und forderten ein Verbot von Kampfdrohnen sowie den Abzug aller Atomwaffen aus Europa. Die deutsche Politik sei für die Flucht Hunderttausender Menschen nach Europa mitverantwortlich sei, hieß es in den Aufrufen.

Ostermärsche gibt es in Deutschland seit 1960. Die Teilnehmer-Zahlen gingen aber in den vergangenen Jahren immer mehr zurück. Zwischen 1968 und 1983 hatten bei Ostermärschen in Westdeutschland noch mehrere hunderttausend Menschen gegen den Vietnam-Krieg oder die Nato-Nachrüstung demonstriert. 

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