Kirchen planen Ausstellungen zu Braunschweigs "doppelter" Reformation

Nachricht 20. März 2016

Wolfenbüttel (epd). Zum 500-jährigen Reformationsjubiläum im Jahr 2017 wird in Braunschweig eine niedersachsenweite Ausstellung vorbereitet. Sie stehe auch im Horizont des 450-jährigen Bestehens der Landeskirche Braunschweig im Jahr 2018, sagte der Direktor des Theologischen Zentrums, Dieter Rammler, in der neuen Ausgabe des Magazins "Evangelische Perspektiven". Veranstaltet wird die Ausstellung von der braunschweigischen und hannoverschen Landeskirche zusammen mit dem Braunschweigischen Landesmuseum.

Rammler sprach mit Blick auf Braunschweig von einer "doppelten Reformation". Während der Rat der Stadt bereits 1528 beschlossen hatte, evangelisch zu werden, vollzog das Herzogtum erst 1568 diesen Schritt. Kritisch bewertete Rammler die Allianz von Thron und Altar im Braunschweiger Land. Protestantische Nationalisten hätten nicht unerheblich zum Entstehen einer völkischen Bewegung beigetragen. So habe der Protestantismus nicht nur emanzipatorische, sondern auch fundamentalistische Züge getragen.