Heimvolkshochschulen wollen Angebote für Flüchtlinge ausbauen

Nachricht 13. März 2016
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Grafik: Niedersächsischer Landesverband der Heimvolkshochschulen e.V.  

Geestland/Kr. Cuxhaven (epd). Die Heimvolkshochschulen in Niedersachsen wollen ihre Angebote für Flüchtlinge sowie Ehrenamtliche und professionelle Helfer in der Flüchtlingsarbeit ausbauen. Die Häuser hätten schon viel zu bieten, "und wir haben gerade erst angefangen", sagte Vorstandsmitglied Jörg Matzen am Donnerstag zu Beginn einer Jahrestagung des Landesverbandes der Heimvolkshochschulen in Geestland bei Bremerhaven. Bildungsangebote stärkten eine vitale Zivilgesellschaft, die der Politik bei der Integration geflüchteter Menschen "schon manche Atempause verschafft hat".

Zahlreiche Kurse richteten sich direkt an Flüchtlinge, berichtete Verbandschef Wolfgang Borchardt. Dabei gehe es um mehr als nur um deutsche Vokabeln. Als Beispiele wurden Führerscheinkurse genauso wie Seminare zum interkulturellen Obst- und Gemüsegarten oder eine "lebendige Bibliothek" genannt, die Vorurteilen begegnen will. Erst kürzlich hat der Landesverband unter der Adresse www.migration-hvhs.de ein Internet-Portal freigeschaltet, um einen Überblick über seine Angebote zu geben.

"Asylsuchende wollen und müssen unsere Sprache lernen - aber genauso auch viel über die Gesellschaft, das Leben, die Berufswelt und die Menschen hier", betonte Borchardt. Deshalb gehörten Betriebsbesichtigungen oder Museumsbesuche ebenso zu Sprach- oder Integrationskursen wie Gespräche mit deutschen Familien, deutschen Arbeitnehmern oder Kirchenvertretern.

In Kursen für Ehrenamtliche und pädagogisches Personal werde unter anderem Wissen über den kulturellen Hintergrund der Flüchtlinge für Begegnungen auf Augenhöhe vermittelt. "Fachkräfte stehen vor enormen Herausforderungen, nicht nur in sprachlicher, sondern auch in sozialer, kultureller und psychologischer Hinsicht", erläuterte Matzen, der das Evangelische Bildungszentrum Bad Bederkesa bei Bremerhaven leitet. Für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit gibt es Matzen zufolge an elf niedersächsischen Heimvolkshochschulen Angebote.

"Wir wollen über die tieferen Ursachen von Flucht aufklären, Ängsten begegnen und Dialoge anregen, die in unübersichtlicher Lage Orientierung bieten", bekräftigte der Sozialwissenschaftler. Heimvolkshochschulen könnten überdies einen Raum bieten, in dem erprobt werden könne, wie die Gesellschaft mit dauerhafter Zuwanderung und den damit verbundenen Herausforderungen umgehen könne.

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