Landesbischof: Symbole und Bilder stehen für jüdisch-christliche Annäherung

Nachricht 04. März 2016

Hannover (epd). Dem hannoverschen Landesbischof Ralf Meister zufolge sorgen Bilder und Symbole für eine neue Form der Verständigung zwischen Judentum und Christentum. Beispielhaft seien zwei Synagogen in Hannover, die bis vor wenigen Jahren als evangelische Kirchen genutzt wurden, sagte der evangelische Theologe am Sonnabend bei einer christlich-jüdischen Gemeinschaftsfeier in Hannover. "Dass dieses wie eine Selbstverständlichkeit erscheint, ist wohl das stärkste Zeichen einer vertrauten und guten Gemeinschaft zwischen Christen und Juden."

Hannover trage in seiner Stadtgeschichte sowohl Zeichen von tiefer Zertrennung und behutsamer Annäherung, sagte Meister laut Redemanuskript. Solche Zeichen der Annäherung seien Beispiele der Hoffnung. "Denn wohin soll man den Kopf wenden in Tagen wie diesen, in denen - um Gottes Willen - uns Bilder von Krieg und Vernichtung, Flucht und Verfolgung all überall anblicken."

Der katholische Bischof Norbert Trelle mahnte, in der anderen Religion und anderen Menschen zunächst das verbindende und nicht zuerst das Fremde in den Blick zu nehmen. "Viel zu oft noch begegnet uns der Hinweis auf die Verschiedenheit und vermeintliche Fremdartigkeit einer sogenannten jüdischen Kultur." Selbst wenn die Einstellung nicht mit Abwertung verbunden sein solle, sei sie doch unreflektiert und sondere Juden als "die Anderen" aus.

Die Gemeinschaftsfeier ist Teil der "Woche der Brüderlichkeit", die am Sonntag von Bundespräsident Joachim Gauck mit einer Zentralen Feier in Hannover eröffnet wird. Der jüdische Professor und Publizist Brumlik (68) erhält zudem die Buber-Rosenzweig-Medaille der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Mit der undotierten Auszeichnung wird er zum Auftakt der Woche für seinen jahrzehntelangen Einsatz zur Verständigung zwischen Juden und Christen in Deutschland geehrt.

Copyright: epd Landesdienst Niedersachsen-Bremen