Experte ermuntert Eltern: Mit Kindern offen über Kriege sprechen

Nachricht 29. Februar 2016

Bremen/Hamburg (epd). Der Hamburger Mediziner Michael Schulte-Markwort hat Eltern dazu aufgerufen, offen mit ihren Kindern über die derzeitigen Kriege und Konflikte in der Welt zu sprechen. "Eine Verleugnung oder Bagatellisierung hilft unseren Kindern nicht, sich mit der Realität auseinanderzusetzen", sagte der Kinder- und Jugendpsychiater in einem Gastbeitrag im Bremer "Weserkurier" (Dienstagsausgabe).

Eltern sollten auch der Versuchung widerstehen, den Kindern die komplexen Weltzusammenhänge nach dem Motto "gute Menschen - böse Menschen" zu erklären. "Der Schreck, der uns allen gerade in die Seele fährt, hat etwas mit der grauenvollen Erkenntnis zu tun, dass wir Menschen als Ganzes, als Menschheit, nicht friedensfähig sind", schrieb Schulte-Markwort.

Gerade deshalb sei es richtig, auch der jungen Generation die menschliche Zerstörungskraft zu erklären. Eltern sollten ihren Kindern durchaus zutrauen, dass sie sich anhand der Geschehnisse selbst eine Meinung bilden könnten, betonte der Ärztliche Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf und im Altonaer Kinderkrankenhaus.

Allerdings sollten sie darauf achten, dass sie nicht eigene übertriebene Ängste auf ihre Söhne und Töchter übertragen. Auch eine Dramatisierung helfe nicht weiter.

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