"Fasten soll nicht zur moralinsauren Qual werde"

Nachricht 04. Februar 2016
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Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr, Bild: Hannegreth Grundmann

Emden (epd). Der Emder evangelische Regionalbischof Detlef Klahr hat davor gewarnt, die Fastenzeit als religiöses Pflichtprogramm zu absolvieren. "Es geht um freiwilligen Verzicht und nicht um moralinsaure Qual", sagte der Landessuperintendent des lutherischen Sprengels Ostfriesland-Ems am Donnerstag. Am Aschermittwoch (10. Februar) beginnt die siebenwöchige Fastenzeit bis Ostern. Die kirchliche Aktion "7 Wochen ohne" steht in diesem Jahr unter der Überschrift "Großes Herz! Sieben Woche ohne Enge".

Ein großes Herz zeige sich beispielsweise in der Gastfreundschaft den Fremden gegenüber, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen seien, sagte Klahr. Engherzigkeit schränke die Lebensmöglichkeiten dagegen immer ein. "Manchmal tut es schon gut, einfach mal fünfe gerade sein zu lassen". Das Miteinander in Familie, Beruf und Gesellschaft könne ein wenig mehr Großherzigkeit gut gebrauchen.

Der Verzicht auf Süßigkeiten, Alkohol oder auf Gewohnheiten in der Fastenzeit solle als geistliche Übung und nicht als Leistung verstanden werde, unterstrich Klahr. Darauf habe schon der Reformator Martin Luther hingewiesen. Es gehe es nicht darum, ein paar Pfunde loszuwerden und eine gute Frühjahrsfigur zu bekommen. Vielmehr gehe es um eine innere Haltung und um die Wahrnehmung für das, was die Freiheit zum Leben und Handeln einschränke oder belaste. "Manche Gewohnheit und manche Vor- und Selbsturteile hängen viel schwerer an uns als ein paar Pfunde Übergewicht."

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