Evangelischer Superintendent kritisiert weihnachtliche "Kundenorientierung" der Kirchen - Leitender Theologe: Weihnachtsgottesdienste müssen Erwartungen erfüllen

Nachricht 20. Dezember 2014

Hannover (epd). Der Hildesheimer evangelische Superintendent Helmut Aßmann hat die die weihnachtliche "Kundenorientierung" der Kirchen kritisiert. Diese seien dann ein "marktförmiger metaphysischer Dienstleister in Sachen Tannenbaumfolklore und Klingglöckchenklingeling-Wellness", schreibt der Theologe in der am Sonntag in Niedersachsen erscheinenden "Evangelischen Zeitung". Weihnachten sei ein "günstiger Termin" um darauf hinzuweisen, dass ein normales, oberflächliches Leben kein Anlass zur Beruhigung sei.

Nach Meinung des evangelischen Theologen und Kirchenvertreters Arend de Vries sollen Weihnachtsgottesdienste hingegen die traditionellen Erwartungen der Menschen erfüllen. "Ein Weihnachtsgottesdienst darf einfach nur schön sein", sagte der geistliche Vizepräsident des hannoverschen Landeskirchenamtes der Zeitung. An Heiligabend gelte die Weihnachtsbotschaft den hochverbundenen Kirchenmitgliedern ebenso wie denen, "die die Kirche nur einmal im Jahr von innen sehen".

Zum Gottesdienst gehörten die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium ebenso wie die altvertrauten Lieder dazu, sagte de Vries. "Ein Weihnachtsgottesdienst, der Erwartungen nicht aufnimmt, die Weihnachtsstimmung unterbricht, der verstört."

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