Wolfsburger Erklärung unterzeichnet

Nachricht 18. Dezember 2014

„Gewalt und Hass missbrauchen den Glauben und entfernen den Menschen von Gott.“

Am 19. Dezember 2014 haben der Oberbürgermeister von Wolfsburg, Klaus Mohrs, und hohe Repräsentanten von Synagogen, Kirchen und Moscheen in der Region die „Wolfsburger Erklärung“ im Rathaus von Wolfsburg öffentlich unterzeichnet.

Superintendentin Hanna Löhmannsröben schrieb in einem Brief an die Kirchengemeinden und Einrichtungen des Kirchenkreises Wolfsburg-Wittingen sowie an die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK): 

"Viele Christinnen und Christen sind verunsichert. Vermeintlich religiös motivierte Fanatiker auf der einen Seite, fremden- und religionsfeindliche Äußerungen auf der anderen Seite – wie sollen Christinnen und Christen sich verhalten? Sie erwarten Orientierung.

Was können wir tun? Wie können gläubige Menschen aller Religionen sich in unserer Region aktiv für Frieden einsetzen und Hass und Gewalt verhindern? Darauf antwortet die „Wolfsburger Erklärung“.

Auf Initiative des Oberbürgermeisters von Wolfsburg, Klaus Mohrs, haben hohe Repräsentanten von Synagogen, Kirchen und Moscheen in unserer Region die „Wolfsburger Erklärung“ gemeinsam erarbeitet und heute am 19. Dezember 2014 im Rathaus öffentlich unterzeichnet. Das ist ein sehr großer Schritt.

Die Wolfsburger Erklärung lautet:

(1) Als jüdische, christliche und muslimische Bürgerinnen und Bürger in Wolfsburg stellen wir klar: Gewalt und Terror gehören nicht zu unseren Religionen. Als glaubende Menschen verabscheuen wir Gewalt und Extremismus in jeder Form und überall auf der Welt.

(2) Wir sehen mit Sorge, wie Gewalttäter über Medien Hass verbreiten und vor allem junge Menschen verführen. Solche Propaganda hat mit Religion nichts zu tun. Gewalt und Hass missbrauchen den Glauben und entfernen den Menschen von Gott.

(3) Wir nehmen wahr: Viele Menschen haben eine große Sehnsucht nach Frieden und gegenseitiger Achtung, auch in unserer Stadt.

(4) Wir setzen uns aktiv ein für ein friedliches Miteinander aller Menschen, Religionen und Weltanschauungen in Wolfsburg, weil uns Religionsfreiheit kostbar ist. Wir klären auf über Extremismus und führen vertrauensvoll den Dialog miteinander."

Löhmannsröben bat die Gemeinden und Einrichtungen darum, am Heiligen Abend und in den Gottesdiensten und Veranstaltungen der nächsten Zeit dieses Thema aufgreifen und den Text der Wolfsburger Erklärung bei geeigneten Gelegenheiten zu verlesen.

Löhmannsröben sagte: "In unserer Region soll eine Bewegung für Gewaltfreiheit aus Glaubensgründen und für Religionsfreiheit entstehen, indem möglichst viele Menschen sich aktiv einsetzen für Frieden und gegen die missbräuchliche religiöse Verbrämung von Gewalt und Hass. Ich bitte darum, sich an der Unterschriftenliste zu beteiligen, die auf der Kirchenkreis-Homepage verfügbar ist."