Dienstwagencheck auf Umweltfreundlichkeit: Niedersächsische Geistliche in der Spitzengruppe

Nachricht 05. Dezember 2014

Bückeburg/Berlin (epd). Alle evangelischen Würdenträger in Niedersachsen haben beim diesjährigen Dienstwagencheck der Deutschen Umwelthilfe (DUH) eine "Grüne Karte" erhalten. Am umweltfreundlichsten reist der Bischof der schaumburg-lippischen Landeskirche, Karl-Hinrich Manzke aus Bückeburg, teilte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch bei der Vorstellung der Ergebnisse am Freitag in Berlin mit. Sein Mercedes C220 CDI BlueTec produziere 103 Gramm CO2 pro Kilometer und belege damit bundesweit den zweiten Platz hinter dem evangelischen Landesbischof von Sachsen, Jochen Bohl. Dessen Mercedes Hybrid produziert 99 Gramm CO2.

Auch die Präsidentin der Bremischen Evangelischen Kirche, Edda Bosse, erhielten eine "Grüne Karte". Die beiden katholischen Bischöfe in Niedersachsen, Norbert Trelle in Hildesheim und Franz-Josef Bode in Osnabrück, mussten eine "Gelbe Karte" hinnehmen. Ihre Audis A6 produzieren 133 bis 138 Gramm des klimagefährdenden Gases.

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister war 2011 mit seinem VW Phaeton noch das Schlusslicht der Tabelle. 2013 wechselte er zu einem Mercedes Hybrid mit einem CO2-Ausstoß von 109 Gramm. Dieses Modell fährt auch der braunschweigische Landesbischof Christoph Meyns. Der reformierte Kirchenpräsident Martin Heimbucher in Leer fährt einen Mercedes der C-Klasse mit 103 Gramm CO2-Ausstoß.

Insgesamt fahren nach Angaben der DUH beim vierten Dienstwagencheck die Protestanten den Katholiken in Sachen Umweltschutz mit Abstand davon. Vergeben wurden insgesamt 25 "Grüne Karten" für einen klimafreundlichen Dienstwagen, so viele wie noch nie. Davon entfielen 17 auf leitende evangelische Theologen und Verwaltungschefs. Nur acht gingen an katholische Würdenträger.

Bewertungsgrundlage war den Angaben zufolge der EU-Grenzwert von 130 Gramm Kohlendioxid-Ausstoß pro Kilometer für Neuwagenflotten. Eine "Grüne Karte" bekam, wer diesen Grenzwert einhält oder unterschreitet. Überschreitungen wurden mit einer symbolischen "Gelben" oder "Roten Karte" bewertet. Letztere erhielt auch, wer die Auskunft verweigerte.

Die insgesamt acht "Roten Karten" gingen alle an katholische Adressen, wobei Kardinal Karl Lehmann aus Mainz und Bischof Rudolf Vorderholzer aus Regensburg wie der Vorsitzende des Malteser Hilfsdienstes, Karl Prinz zu Löwenstein, keine Angaben machten. Absolutes Schlusslicht ist Bischof Franz-Josef Overbeck aus Essen. Sein VW-Phaeton bläst pro Kilometer 224 Gramm CO2 in die Umwelt.

Besonders umweltfreundlich reist der evangelische Superintendent Hans Hentschel aus Brahmsche. Er fährt einen Elektro-Smart und produziert gar kein CO2.

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