Haus inspiratio im Kloster Barsinghausen wird am 14. November 2014 eröffnet

Nachricht 09. November 2014
Pressefoto Inspiratio
Vor der Eröffnung: Hans-Christian Biallas, Präsident der Klosterkammer Hannover, Michael Wöller Oberlandeskirchenrat in der Landeskirche Hannovers, Barbara Silbe, Äbtissin im Kloster Barsinghausen, und Guido Depenbrock, Leiter des Hauses inspiratio in Barsinghausen (von links). Foto: Klosterkammer Hannover.

Barsinghausen/Reg. Hannover (epd). Evangelische Pastoren und Kirchenmitarbeiter aus Nord- und Westdeutschland, die unter Erschöpfungszuständen leiden, finden künftig Hilfe in einem Kloster bei Hannover. Das "Haus inspiratio" öffnet am Freitag im historischen Kloster Barsinghausen am Deister. "Wir bieten den Pfarrern und Mitarbeitern einen geschützten und schönen Raum, in dem sie zu sich selbst finden und neue Kraftquellen erschließen können", sagte Pastor Guido Depenbrock als Leiter am Montag bei der Präsentation. Das Angebot soll Burn-out-Erscheinungen vorbeugen.

Träger ist die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers. Sie arbeitet mit den evangelischen Landeskirchen von Westfalen und Hessen-Nassau zusammen. Weitere Partner werden voraussichtlich folgen, sagte Oberlandeskirchenrat Michael Wöller.

"Haus inspiratio" ist das norddeutsche Gegenstück zum 1994 gegründeten "Haus Respiratio" bei Würzburg. Dort arbeiten drei süddeutsche Landeskirchen zusammen, um erschöpften Pastoren zu helfen. Auch die katholische Kirche unterhält in der Nähe von Würzburg eine solche Einrichtung. Zum Eröffnungsgottesdienst von "Haus inspiratio" werden am Freitag in Barsinghausen Landesbischof Ralf Meister aus Hannover, Präses Annette Kurschus aus Bielefeld sowie Oberkirchenrätin Ulrike Scherf aus Darmstadt erwartet.

Das neue Zentrum am Stadtrand bietet acht Plätze, bis zu zwei sollen noch hinzukommen. Es will jährlich bis zu sechs Kurse von sechs oder sieben Wochen Dauer anbieten, so dass pro Jahr 54 Gäste betreut werden können. Dafür hat die Klosterkammer Hannover als Eigentümerin des 1193 gegründeten Klosters rund 480.000 Euro investiert, sagte ihr Präsident Hans-Christian Biallas. Entstanden sind zehn Zweizimmer-Wohnungen mit Küche und Bad sowie Gemeinschaftsräume, die an die Landeskirche vermietet werden.

Zum Programm gehören Einzel- und Gruppengespräche, Sport und kreatives Arbeiten mit Holz, Ton oder Farbe. Jeder solle für sich selbst herausfinden, was ihm gut tue, sagte Depenbrock. Die Gäste können auch am geistlichen Leben des Klosterkonventes teilnehmen - in Barsinghausen leben fünf Frauen als geistliche Gemeinschaft. Zwar könnten sich die Kursteilnehmer auch über berufliche Frage austauschen, dies stehe aber nicht im Mittelpunkt, betonte der Leiter: "Wir haben den ganzen Menschen im Blick."

Neben dem Theologen gehört auch eine Psychologin zur Leitung des Hauses. Fachleute gehen davon aus, dass bis zu fünf Prozent der evangelischen Pastorinnen und Pastoren von Erschöpfungszuständen betroffen sind.

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