Ausstellung zeigt jüdisches Leben in den Provinzen Hannover und Ostpreußen

Nachricht 05. November 2014

Hannover/Lüneburg (epd). Die jüdische Geschichte den ehemaligen preußischen Provinzen Hannover und Ostpreußen steht im Mittelpunkt einer Ausstellung in der Liberalen Jüdischen Gemeinde in Hannover. Unter dem Titel "Alles brannte!" gibt sie von Donnerstag an einen Einblick in das Leben der Juden in beiden Provinzen, wie die Stadt Hannover am Dienstag mitteilte. Zugleich zeige sie, wie mit der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 für die Juden jede Hoffnung auf eine weitere Existenz in ihrer Heimat zerstört wurde.

Die Wanderausstellung wurde vom Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg gemeinsam mit der Stiftung "Denkmal für die ermordeten Juden Europas" in Berlin entwickelt. Sie ist bis zum 16. Dezember in Hannover zu sehen. In deutscher und russischer Sprache leiste sie einen Beitrag zur grenzüberschreitenden Aufarbeitung der Vergangenheit in Deutschland, Polen, Russland und Litauen, hieß es. Bisher wurde die Schau in Lüneburg, Kaliningrad und Berlin präsentiert. In Hannover bestehe jetzt zudem die Möglichkeit, das Engagement der Liberalen Jüdischen Gemeinde kennenzulernen.

Zentrum jüdischen Lebens in Niedersachsen war den Angaben zufolge die Provinzhauptstadt Hannover, die um 1930 zu den zehn größten jüdischen Gemeinden Deutschlands zählte. Seit Ende der 1920er Jahre verübten Nationalsozialisten dort antijüdische Anschläge. Die Synagoge wurde während der November-Pogrome 1938 zerstört. Ab 1941 wurden Menschen systematisch in den Tod verschleppt.

Die Ausstellung greift den Angaben zufolge auch ausgewählte Biografien auf. Dazu zählt die von Henny Markiewicz-Simon, die als Henny Rosenbaum in Hannover geboren wurde. Sie wurde nach Riga deportiert und wanderte nach ihrer Befreiung in die USA aus.

Auch die Hauptstadt Königsberg zählte zu den Zentren jüdischen Lebens. 1928 radikalisierte sich dort der Terror der Nationalsozialisten ein, der nach 1933 Teil der Regierungspolitik geworden sei. Auch die ostpreußischen Juden wurden im November 1938 Opfer brutaler Ausschreitungen. Nur an wenigen Orten werde heute ihrer gedacht, hieß es.

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Eröffnung

Die Ausstellung wird am 6. November um 18 Uhr eröffnet. Zu Gast ist unter anderem Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD). Sie ist montags und mittwochs von 14 bis 16 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr zu sehen. Gruppen können sich unter Telefon 0511/168-44900 anmelden.