Niedersächsische Diakonie und ver.di unterschreiben erstmals Tarifvertrag

Nachricht 18. September 2014

Hannover (epd). Erstmals haben die Gewerkschaft ver.di und die Diakonie in Niedersachsen einen flächendeckenden Tarifvertrag unterzeichnet. Vertreter der diakonischen Arbeitgeber und ver.di bezeichneten den Vertrag als "bundesweit einmalig". Der Tarifvertrag tritt am 1. Oktober in Kraft und gilt für rund 37.000 Beschäftigten in der Diakonie. Annette Klausing von ver.di kündigte an, bereits am Montag die Arbeitgeber zu Verhandlungen über höhere Gehälter aufzurufen. Die Gewerkschaft wolle 100 Euro plus drei Prozent mehr Gehalt fordern.

Der Vorsitzende des Diakonischen Dienstgeberverbands Niedersachsen, Hans-Peter Hoppe, betonte, dass sich für die Beschäftigten zunächst nichts ändern werde. Der neue Tarifvertrag sei eine direkte Übernahme der bisherigen Arbeitsvertragsrichtlinien in der Diakonie. Es sei eine strukturelle aber keine inhaltliche Veränderung. Der neue Vertrag entspreche den Kirchengesetzen und sei damit ein "kirchengemäßer Tarifvertrag".

Vorausgegangen war ein jahrelanger erbitterter Streit um die Geltung des kirchlichen Arbeitsrechtes, der bis zum Bundesarbeitsgericht in Erfurt führte. Mit dem jetzt gefundenen Weg schlagen die Tarifparteien in Niedersachsen auch im bundesweiten Vergleich einen neuen Weg ein. Bisher wurden die Löhne und Gehälter in der Diakonie in kircheninternen Kommissionen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern ohne Beteiligung der Gewerkschaften ausgehandelt. Dieses Verfahren gilt weiterhin in den meisten Mitgliedskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

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