Treffen kirchlicher und kommunaler Vertreter zum Thema "Ländlicher Raum" im Kirchenkreis Leine-Solling

Nachricht 11. September 2014

Aus dem Amt scheidender Superintendent Heinz Behrends sprach zum letzten Mal vor kommunalen und kirchlichen Vertretern des Landkreises Northeim

Northeim. „Ich sehe viele Möglichkeiten der Kooperation zwischen Kirche und Kommune, beispielsweise beim Gebäudemanagement dörflicher Funktionsräume, beim Aufbau eines ambulanten Netzes mit Krankenhäusern und Ärztekammer, bei subsidiärer Verantwortung für Kitas oder bei der Entwicklung gemeinsamer kultureller Programme.“ Mit diesen Worten forderte der scheidende Superintendent des Kirchenkreises Leine-Solling vor Vertretern des Kirchenkreises und eingeladenen Politikern des Landkreises Northeim eine gemeinsame Strategie zur Entwicklung des ländlichen Raumes.

In einem Impulsreferat mit dem Titel „Von den Dörfern kommt das Licht - Sehnsucht nach heiler Welt in sterbenden Räumen?“ ging Behrends auf die zahlreichen Veränderungen der letzte Jahre ein, die sich durch den demografischen Wandel eingestellt hatten. Allgemeines Problem sei es, wenigstens die Grundversorgung in den kleiner werdenden Dörfern aufrecht zu erhalten. Wenn Postämter schlössen und Verkehrsanbindungen ausdünnten, wenn Handwerker keine Nachfolger fänden und Bauernhöfe aufgelassen würden, dann sei das auch durch reges Vereinsleben oder hohe Lebensqualität in Solling oder Harzvorland nicht wettzumachen.

In der anschließenden Aussprache betonte der Northeimer Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser, dass „die Kirche der wichtigste kommunale Kommunikationspartner bleibt“. Einigungen gerade auch im Kita-Bereich oder bei der Verwaltung der Friedhöfe seien für das Gemeinwohl zwingend notwendig. Bürgermeister Gerd Melching aus Dassel erläuterte, dass beides gebraucht werde: ein städtischen Zentrum Göttingen und das Umland. „Und wir brauchen besonders eine bessere Vernetzung beider.“ Bürgermeister Uwe Ahrens aus Katlenburg-Lindau mahnte die Anwesenden, trotz des demografischen Wandels auf dem Lande die Hoffnung nicht aufzugeben. „Erst wenn sich Kommune und Kirche nicht mehr einigen könnten, wird es schwierig.“ Aber dazu werde es nicht kommen. Viele Fragen bedürften einer gemeinsamen Antwort.

Heinz Behrends war von 2000 bis 2014 als Superintendent an leitender Stelle für die Gestaltung kirchlichen Lebensim Kirchenkreis Leine-Solling verantwortlich. Am Sonntag, dem 14. September wird er in einem Gottesdienst von Landessuperintendent Eckhard Gorka aus Hildesheim von seinen Amtspflichten entbunden und tritt in den Ruhestand. Mit seiner Frau Birgit Hecke-Behrends wird er nach Göttingen ziehen.

12. September 2014

Öffentlichkeitsarbeit im Sprengel Hildesheim-Göttingen, Karl-Otto Scholz