EKD-Friedensbeauftragter würdigt ehemalige DDR-Bausoldaten

Nachricht 03. September 2014

Bremen (epd). Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, hat die Arbeit der Bausoldaten in der ehemaligen DDR gewürdigt. Zum 50. Jahrestag der Einführung eines Waffenersatzdienstes in der Nationalen Volksarmee (NVA) an diesem Sonntag sagte Brahms, die Bausoldaten seien wichtige Wegbereiter der ostdeutschen Friedensbewegung gewesen. Dabei hätten sie vielfach Nachteile hinnehmen müssen. "In einer militarisierten Gesellschaft wie der damaligen DDR gehörte viel Mut dazu, den Waffendienst in der NVA zu verweigern", betonte der leitende Bremer Theologe am Donnerstag.

Trotz vieler Nachteile selbst nach Ende des waffenlosen Dienstes in der Armee gehorchten die Betroffenen ihrem Gewissen, ergänzte der Friedensbeauftragte. Auch für die Kirchen in der DDR spielten sie eine wichtige Rolle. "Die Frage der Kriegsdienstverweigerung wurde so in den Kirchen gestellt und belebte die dortige Diskussion über Frieden und friedensethische Fragen."

Die Geschichte der Bausoldaten dürfe nicht in Vergessenheit geraten. "Es gibt auch heute noch viele Länder, in denen die Kriegsdienstverweigerung bestraft wird. Aber Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen ist ein Menschenrecht und ist daher verbindlich zu gewährleisten." Brahms nimmt an diesem Wochenende an einem Kongress zur Geschichte der Bausoldaten in der Lutherstadt Wittenberg teil.

Die DDR-Führung hatte 1964 den Bausoldatendienst innerhalb der NVA als einzige Möglichkeit der Waffenverweigerung eingeräumt. Die Betroffenen wurden häufig unter extremem Bedingungen zu schweren körperlichen Arbeiten eingesetzt. Als Erkennungszeichen trugen sie Spaten auf den Schulterklappen. Bis Ende 1989 lehnten rund 15.000 Männer aus religiösen und politischen Gründen den Armeedienst mit der Waffe ab.

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