Braunschweigische Landessynode diskutiert über Gutachten zur Optimierung der Kirchenverwaltung

Nachricht 29. September 2013

Wolfenbüttel/Braunschweig. Die braunschweigische Landessynode will eine Projektgruppe einsetzen, um die Verwaltung in der Landeskirche zu optimieren. Grundlage dafür ist ein Gutachten von Oberkirchenrat Detlef Fey (Hannover). Darin heißt es, derzeit sei die Verwaltung zu heterogen, kleinteilig und aufwendig organisiert.

Um Abhilfe zu schaffen, plädiert das Gutachten dafür, die Verwaltungsabläufe zu zentralisieren.

Sinnvoll sei ein „Dienstleistungszentrum Verwaltung“, so Fey bei der jüngsten Tagung der Landessynode am 28. September in Wolfenbüttel. Daran sollten alle Kirchengemeinden der Landeskirche angeschlossen sein. Als Organisationsform schlug er einen öffentlich-rechtlichen Zweckverband vor, in dessen Aufsichtsrat sowohl die Landeskirche als auch die Propsteien und Kirchengemeinden vertreten sein sollten.

Das neue Dienstleistungszentrum könne einen professionellen Service in den Bereichen Finanzen, Personal, Kindertagesstätten, Informationstechnologie sowie Friedhof anbieten. Denkbar seien 40 bis 50 volle Stellen. Welches Einsparvolumen damit verbunden wäre, konnte Fey nicht beziffern, da nicht abschließend zu klären sei, wie viel Verwaltung an welchen Stellen in der Landeskirche vorgehalten werde.

Die vorgeschlagene Zentralisierung sei vorteilhaft, weil sie den Verwaltungsaufwand reduziere, die Professionalität steigere, die Qualität sichere, die Störanfälligkeit reduziere und sichere Arbeitsplätze schaffe. Das Landeskirchenamt, so Fey, sei mit derzeit 83,5 vollen Stellen etwas zu stark ausgestattet. Auch die Zahl der Propsteien sei zu hoch. Er riet zu fünf bis sieben Propsteien. Nach seinen Aussagen sind 105 der rund 400 Kirchengemeinden noch keiner Verwaltungsstelle angeschlossen.

In der Debatte wurde viel Zustimmung zu den Vorschlägen des Gutachtens deutlich. Gleichzeitig plädierte die Synode zunächst für eine transparente Aufarbeitung der Verwaltungsabläufe innerhalb der Landeskirche. Pfarrer Harald Welge (Braunschweig) sagte, nötig sei eine Aufgabenkritik insbesondere mit Blick auf die Verwaltung im Landeskirchenamt und den regionalen Servicestellen. Außerdem zeigte er sich überzeugt, dass der Zwangsanschluss von Kirchengemeinden an eine Verwaltungszentrale unnötig sei, da dieser Prozess bereits eine starke Eigendynamik angenommen habe.

Die Landessynode überwies das Gutachten zu weiteren Beratungen in ihre Fachausschüsse mit der Bitte, bei der nächsten Synodentagung im November einen konkreten Vorschlag für eine Projektgruppe zu unterbreiten.