Symposium zum EKD-Familienpapier

Nachricht 27. September 2013

EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider: „Profilierung und Versachlichung der Diskussion“

Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat die lebhaften Diskussionen auf dem theologischen Symposium des Rates der EKD am heutigen Sonnabend in Berlin begrüßt und gewürdigt. Thema des Symposiums war die am 19. Juni dieses Jahres veröffentlichte Orientierungshilfe des Rates der EKD „Zwischen Autonomie und Angewiesenheit. Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken“.

Schneider sagte zu der Veranstaltung in der Französischen Friedrichstadtkirche am Berliner Gendarmenmarkt: „Die Auseinandersetzung mit den Fragen um Ehe und Familie ist gesellschaftlich ,dran‘. Das merken wir an den Diskussionen um Betreuungsgeld und Familienzeit, und dazu haben auch die Verfassungsgerichtsurteile zu Ehegattensplitting und Sukzessiv-Adoption bei gleichgeschlechtlichen Paaren beigetragen.“
 
Die Veränderungen, die sich in den letzten Jahrzehnten im Blick auf das familiäre Zusammenleben ergeben haben, so der Ratsvorsitzende weiter, seien bei vielen Menschen mit „großer Verunsicherung“ verbunden, und die „rege Diskussion“ der vergangenen Monate um das Familienpapier habe ihn darin bestärkt, dass die Orientierungshilfe in ihrer Analyse der gesellschaftlichen Situation „Zutreffendes“ sage und dass eine „Neubesinnung und Fundierung der Arbeit der evangelischen Kirche mit den neuen vielfältigen Formen von Familien“ jetzt „dran“ sei.
 
„Ich freue mich sehr, dass die Referate und das intensive öffentliche Gespräch heute zur Profilierung und zur Versachlichung der Diskussion um unser Familienpapier beigetragen haben“, so Schneider weiter. „Mir ist deutlich vor Augen getreten, dass wir sowohl in Fragen der Schriftauslegung wie in Fragen der Institutionenethik weiter intensiv im Gespräch bleiben sollten. Dafür bietet sich die Synode der EKD im November in Düsseldorf an, aber auch andere Foren in unserer Kirche“.
 
An der vierstündigen öffentlichen Veranstaltung vor gut 150 Zuhörerinnen und Zuhörern nahmen als Referenten teil: die Neutestamentlerin Christine Gerber (Universität Hamburg), der Neutestamentler Friedrich Wilhelm Horn (Universität Mainz) sowie die systematischen Theologen Wilfried Härle und Klaus Tanner (beide Universität Heidelberg). Die Moderation hatte der Vorsitzende der Kammer für Theologie der EKD und Berliner Kirchengeschichtler Christoph Markschies (Humboldtuniversität).
 
Hannover/Berlin, 28. September 2013
 
Pressestelle der EKD
Reinhard Mawick