Hermann de Boer wird als Superintendent des Kirchenkreises Ronnenberg verabschiedet

Nachricht 24. September 2013

Landessuperintendentin Dr. Ingrid Spieckermann wird am Sonntag, 29.9.2013, um 15.00 Uhr, Hermann de Boer unmittelbar vor seinem 63. Geburtstag verabschieden und von seinem Amt als Superintendent im Kirchenkreis Ronnenberg entpflichten. Der Gottesdienst findet um 15.00 Uhr in der Michaeliskirche in Ronnenberg statt. De Boer wird nach fast 10 Jahren als Superintendent in den vorgezogenen Ruhestand verabschiedet.

Am 1.12.2003 trat de Boer sein Amt als Superintendent an. In dieser Zeit förderte er die strukturellen Veränderungen, die durch Einsparungen im Kirchenkreis nötig wurden, vor allem die regionale Zusammenarbeit. Dass die Kirche sich öffentlich mit ihrem Auftrag und mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen befasst, war ihm ein Anliegen. So wurden Jahresthemen, zuletzt zu den Gefahren des Rechtsextremismus, und gemeinsame Projekte im Kirchenkreis entwickelt, wie der jährliche Empfang zum Reformationsfest. Die Jugendarbeit hat de Boer im Kirchenkreis zu einem Schwerpunkt entwickelt und auch die diakonische Arbeit gestärkt, u. a. durch die Gründung der Calenberger Diakoniestiftung.

Sein besonderes Engagement galt dem Konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, der 1983 in Vancouver auf der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen seinen Ursprung hat. Dabei sind de Boer die deutlichen politischen Positionierungen genauso wichtig wie die kleinen konkreten Schritte vor Ort. So hat der Kirchenkreis Ronnenberg empfohlen, auf allen Veranstaltungen nur Lebensmittel aus ökologischem Anbau einzukaufen. Für dieses Arbeitsfeld zu werben sowie Gruppen und Kreise in Gemeinden zu beraten, hat de Boer durch alle Stationen seines beruflichen Lebens begleitet. Er ist Mitbegründer des Ökumenischen Netzes in Niedersachsen und Vorsitzender des Arbeitskreises Konziliarer Prozess der Konföderation Evangelischer Kirchen in Niedersachsen. Dieses Amt wird er ebenfalls aufgeben.

Der gebürtige Wittmunder trat 1980 seine erste Pfarrstelle in Reinstorf im Kirchenkreis Bleckede an. 1981 wechselte er in die Willehadigemeinde nach Garbsen. Von 1988 bis 1994 war de Boer Dozent im Lutherstift Falkenburg. Danach folgten neun Jahre an der Kreuzkirche in Nienburg, bevor er im Dezember 2003 Superintendent im Kirchenkreis Ronnenberg wurde. De Boer versah gleichzeitig in der Michaelisgemeinde in Ronnenberg die zweite Pfarrstelle.

Der Kirchenkreis Ronnenberg gehört zum Sprengel Hannover mit seinen insgesamt neun Kirchenkreisen. In ihm leben rund 45.000 evangelische Kirchenmitglieder in 18 Gemeinden. Der Sprengel umfasst die Region Hannover und Teile der Landkreise Nienburg und Schaumburg. In ihm leben rund 620.000 Mitglieder der Evangelisch-lutherischen Landeskirche. Als leitende Geistliche steht ihm Landessuperintendentin Dr. Ingrid Spieckermann vor.

Stefan Heinze
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
im Evangelisch-lutherischen Sprengel Hannover, heinze@denkpool.de