Peter Hahne: "Hildesheimer Michaeliskirche als Ausdruck eines lebendigen Christentums"

Nachricht 18. September 2013

Hildesheim. 600 Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung der Michaelis-Stiftung zu einer besonderen Vortragsveranstaltung am Dienstag, dem 17.09.2013, in der UNESCO-Welterbekirche. Redner des Abend war der Moderator und Autor Peter Hahne. In seinem Vortrag unter der Überschrift "Etwas Festes braucht der Mensch. Welche Werte wichtig sind." spannte der studierte Theologe einen Bogen von der aktuellen Tagespolitik kurz vor der Bundestagswahl hin zu grundsätzlichen politischen, ethischen und theologischen Fragestellungen.

Laut Hahne zielten politische Entwürfe heute zu kurz. Es fehle an Konzepten um langfristig mit Themen wie dem demographischen Wandel, dem Bildungsnotstand oder dem Fachkräftemangel umzugehen. Die politischen Parteien und auch die Kirchen verfielen zunehmend in bloßen Aktionismus, da ihnen grundlegende Ziele fehlten, so der 60-jährige. Auch die immer mehr werdenden gesetzlichen Regelungen in allen Bereichen resultierten für ihn aus einem zunehmenden Verlust von ehemals allgemeingültigen Werten. Die Begrenzung von unverhältnismäßig hohen Managergehälter etwa würde nur notwendig, weil eben nicht mehr für alle Menschen eindeutig sei: "Das gehört sich nicht!" Als Folge sieht Hahne eine tiefgreifende Vertrauenskrise bei vielen Menschen.

Diesem Vertrauensverlust stellte der ZDF-Moderator grundlegende christliche Überzeugungen wie die zehn Gebote gegenüber. Diese Sätze seien nicht rückwärtsgewandt, sondern könnten Orientierung geben. Dabei gehe es ihm nicht um einen Gottesstaat, so Hahne. Er trete für die Fundamentierung der Gesellschaft auf den Werten ein, die die jüdisch-christliche Tradition biete und die im Grundgesetz festgehalten sei. Hahne warb dafür, Werte wie Dankbarkeit, Ehrlichkeit und Klugheit wieder vorzuleben. "Wir brauchen keine Vorschriften, wir brauchen Vorbilder," fasste der Journalist zusammen. Er nannte in diesem Zusammenhang Menschen, die in pflegerischen oder erzieherischen Berufen tätig seien, aber auch ehrenamtlich Engagierte, deren Tätigkeit für die Gesellschaft unverzichtbar sei.

Der Kirche kommt für Hahne die Rolle als Vermittlerin grundlegender christlicher Werte zu. "Kirche und Gemeinde sind kein Brauchtumsverein, kein Museum, kein Jesus-Gedächtnisverein. Gemeinde und Christsein ist etwas Lebendiges." Es sei wichtig, Kirchen wie St. Michaelis mit ihrer über 1000-jährigen Geschichte zu erhalten. Mit ihren Gottesdiensten, Taufen, Trauungen, Konzerten und anderen Veranstaltungen sei die Michaeliskirche Ausdruck für ein lebendiges Christentum. Hier geschehe Verkündigung, die Orientierung biete aus der biblischen Botschaft heraus. Aus dieser Botschaft hätten Christen immer wieder Kraft geschöpft, gerade in Krisensituationen. Für ihn sei die Bibel, sagte Hahne, jeden Tag eine Neuerscheinung und es lohne. die alten Geschichten immer wieder neu zu lesen.

Landessuperintendent Eckhard Gorka dankte Peter Hahne im Namen der Stiftung für sein Kommen. Zugunsten der Michaelisstiftung kamen bei der Veranstaltung 1.450 € zusammen. Die im Jahr 2003 gegründete Stiftung hat den Zweck, künftige Erhaltungsmaßnahmen in der UNESCO-Weltererbekirche sicherzustellen. Weiter wird auch das kirchliche Leben in der Kirche in Form von Gottesdiensten, kirchenmusikalischen Aktivitäten und weiteren Veranstaltungen finanziell unterstützt. Vorsitzender des Stiftungsvorstandes ist Eckart von Klaeden, Staatsminister im Bundeskanzleramt, Vorsitzender des Kuratoriums Prof. Karl-Helge Hupka, Präsident des Oberlandesgerichts Braunschweig.


Hildesheim, 18. September 2013

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Sprengel Hildesheim-Göttingen
Benjamin Simon-Hinkelmann,