Landesbischof Meister würdigt älteste frei stehende evangelische Kirche in Hämelschenburg

Nachricht 15. September 2013

Hämelschenburg/Kr. Hameln-Pyrmont (epd). Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat am Sonntag die St.-Marien-Kirche in Hämelschenburg bei Hameln als "älteste frei stehende protestantische Kirche" in Deutschland gewürdigt. Die 1563 errichtete gotische Kirche sei ein "Schatz der Reformation in unserem Land", sagte der evangelische Theologe beim Festgottesdienst zum 450-jährigen Bestehen.

Ein Feuer hatte 1544 die ursprünglich katholische St.-Marien-Kirche zerstört. An der gleichen Stelle, gegenüber dem heutigen Weserrenaissance-Schloss Hämelschenburg, errichtete der protestantisch gewordene Gutsherr Ritter Ludolf von Klencke einen evangelischen Kirchenbau. Bis heute zeige sich die Patronatsfamilie von Klencke für die Kirche verantwortlich und trüge dazu bei, sie zu erhalten, sagte der Bischof.

Gerade in den Dörfern und kleinen Städten gebe es keine andere Institution, die die Erinnerungsarbeit so lebe und gestalte wie die Kirchengemeinden, unterstrich Meister seinem Predigtmanuskript zufolge. In den Kirchenbüchern sei jahrhundertelang die Geschichte der Menschen festgehalten worden. In den Gemeinden habe es Abertausende Lebensgeschichten gegeben: "Welch ein Reichtum an Liebe und Verzweiflung, welche Fülle an Freude und Jubel gab und gibt es untereinander."

Der insgesamt älteste evangelische Kirchenneubau in Deutschland ist die Schlosskirche in Torgau in Nordsachsen, die 1544 von Martin Luther (1483-1546) eingeweiht wurde. Sie ist aber an das Schloss angebaut und nicht frei stehend. Zuvor hatten die Protestanten katholische Kirchen übernommen und in der Reformationszeit umgewidmet. Später begannen evangelische Adelige, Neubauten zu errichten.

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