Kulturprogramm im Kloster Loccum

Nachricht 12. September 2013

13. September 2013 | Fr | 19.30 Uhr | Lied und Lyrik | Konzert mit Heidrun Blase und Gerrit Zitterbart, Refektorium, Kloster Loccum

Ist das Kunstlied noch zu retten? - Auf diese Frage wird die Veranstaltung Lied und Lyrik eine Antwort suchen. Das Publikum wird in eine heutzutage ungewohnte Klangwelt mitgenommen, in der ein vom Komponisten vorgeschriebenes Forte von Sänger und Pianist gleichermaßen als Forte musiziert wird. Anhand von zwei Flügeln (Fortepiano von Robert Braun 2004 nach Anton Walter 1800 und einem Steinway & Sons 1910) wird gezeigt, wie sehr die Herangehensweise an Werke der Kunstliedgattung der Klassik und frühen Romantik von der Bauart des Instrumentes abhängig ist. Von 11:00 bis 17:00 Uhr findet im Rahmen der Loccum:Musikakademie ein Kurs mit angehenden Sängern und Pianisten statt.

Ab 19:30 findet das Konzert mit Heidrun Blase, Sopran, Rudolf Krieger, Rezitation und Gerrit Zitterbart, Claviere statt. Beim Konzert werden Lieder und Melodramen von Joseph Haydn, Franz Schubert, Robert Schumann, Franz Liszt, Gabriel Fauré oder Richard Strauss dargeboten.

14. September 2013 | Sa | 19.30 Uhr | Gott in der Baumrinde | Briefe von Carl Zuckmayer und Karl Barth, Refektorium, Kloster Loccum

„Mir ist im hohen Alter noch eine sehr merkwürdige neue Freundschaft zuteil geworden“, schrieb der 82 jährige evangelische Theologe Karl Barth im Frühjahr 1968, „mit dem Dichter Carl Zuckmayer nämlich, den ich in Saas-Fee aufsuchte und mit dem ich dann in eine muntere Korrespondenz geriet“. Etwa über die Frage, ob man Gott auch in Gestalt einer Baumrinde anbeten könne. Carl Zuckmayer, der bekennende Katholik, gab im Januar 1970, dreizehn Monate nach dem Tod des großen Theologen, Auskunft über die intensive Beziehung in seinem „Bericht von einer späten Freundschaft“. – Karl Barth (1886-1968) gilt als der wichtigste evangelische Theologe des 20. Jahrhunderts. Carl Zuckmayer (1896-1977) war zu Lebzeiten der erfolgreichste Dramatiker deutscher Sprache („Der Hauptmann von Köpenick“; „Des Teufels General“). Seine 1966 veröffentlichte Autobiographie „Als wär’s ein Stück von mir“ wurde ein Welterfolg.

Bernward Kalbhenn, bis 2013 leitender Redakteur und Autor der Redaktion Religion und Gesellschaft beim NDR, fasste den Schriftwechsel von Zuckmayer und Barth zu einem literarisch-musikalischem Abend zusammen. Die Texte werden dabei von Siegfried W. Kernen und Werner Rehm vorgetragen. Die musikalische Begleitung erfolgt von Luiza Borac am Klavier.

15. September 2013 | So | 17.30 Uhr | Musik zur Einkehr | Heinrich Walther, Orgel, Stiftskirche Loccum

Der mehrfach ausgezeichnete Organist Heinrich Walther studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik in Freiburg, am Conservatoire de Toulouse (Premier Prix à l’unanmité 1984) und an der Southern Methodist University in Dallas/Texas. Seine Konzertreisen führten Walther nach Amerika, Europa und Asien, insbesondere nach Sibierien. Neben seinen Lehrtätigkeiten an der Staatlichen Musikhochschule Freiburg, an der Hochschule für Kirchenmusik in Rottenburg oder an der Musikhochschule Felix Mendelssohn-Bartholdy in Leipzig sowie der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg und der Evangelischen Kirche St. Matthieu in Colmar sind seine Fähigkeiten als Gastdozent für Orgelinterpretation ebenfalls weltweit gefragt. Von Island über Frankreich bis in die University of Wisconsin in Madison, die Southern Methodist University Dallas, am Wartburg College in Iowa und an der University of Alaska Anchorage UAA bis in die Ukraine. In der Stiftskirche des Kloster Loccums spielt Heinrich Walther auf der Seifert-Orgel Werke von Max Reger, César Frank und Johann Sebastian Bach.

20. – 22. September 2013 | Fr. - So | Vom Leben der Mönche |
Loccumer Kinderakademie

Vor 850 Jahren haben sich Mönche in Loccum angesiedelt, um ein Kloster zu gründen. Heute noch können wir Vieles entdecken, was sie geschaffen haben. Doch was waren das für Menschen? Warum haben sie sich in dieser sumpfigen Gegend niedergelassen? Wie haben sie gelebt und was ist durch sie entstanden? Ein Wochenende lang können die Teilnehmer an der Kinderakademie das Leben der Mönche nacherleben, beim Beten und Singen, als Steinmetz und Weber, bei der Arbeit im Wald und am Schreibpult.

Für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren und ihre Familien.

Anmeldung: Evangelischen Akademie Loccum, Münchehäger Str. 6, 31547 Rehburg-Loccum, Tel. 05766 / 81-0, Fax 05766 / 81-9 00 oder im Internet unter www.loccum.de

21. September 2013 | Sa. | 19.30 Uhr | Kirche trifft Literatur |
Eine literarische Predigt von Bischof Franz-Josef Bode, Refektorium, Kloster Loccum

"Gott ist größer als unser Herz", so lautet der bischöfliche Wahlspruch von Dr. Franz-Josef Bode. Seit dem 26. November 1995 leitet er nach diesem Prinzip das Bistum Osnabrück - zusammen mit Weihbischof Theodor Kettmann und Generalvikar Theo Paul, unterstützt unter anderem vom Domkapitel und dem Offizial. Seit 2010 ist Bode außerdem Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz - zuvor war er 14 Jahre lang Vorsitzender der Jugendkommission Im Kloster Loccum erwartet die Besucher ein literarischer Überraschungsabend, musikalische umrahmt von bachschen Suiten. In der Reihe „Kirche trifft Literatur“ präsentier Bischof Bode einen persönlichen Einblick in seine literarischen Lieblingstexte außerhalb der Bibel

22. September 2013 | So. | 17.30 Uhr | Eine Lutherische Messe in F-Dur - J. S. Bach Hamburger Bachchor St. Petri, Hamburger Barockorchester und Solisten | Leitung: Thomas Dahl, Stiftskirche Loccum

In der liturgischen Ordnung des Evensong, wie er an den englischen Kathedralen täglich gesungen wird, führt der Hamburger Bachchor die Bachkantate „Gott, der Herr, ist Sonn und Schild“, BWV 79, sowie die Missa F-Dur, BWV 233, auf.

Der Evensong ist die Verbindung von Abend- und Nachtgebet, wie sie in der Anglikanischen Kirche täglich gebetet werden. Träger dieser liturgischen Form ist der Chor. Beim Programm werden drei musikalische Akzente gesetzt: Die Bachkantate "Gott, der Herr, ist Sonn und Schild", BWV 79, geht von einem Psalmwort aus, dankt Gott für seinen Schutz und bittet ihn um weitere Bewahrung. Entsprechend dem Motto des Jubiläumsjahres klingt "das Wort" zweimal an. Die Missa F-Dur ist eine der vier so genannten Lutherischen Messen, die jeweils nur aus Kyrie und Gloria bestehen. Sie zählen in ihrer Klangschönheit und mit ihrem technischen Anspruch zum Erlesensten im Bachschen Schaffen. Die anderen Stücke des Abendgebet werden in der Form des Lutherischen Liturgiegesangs vorgetragen. Dieser Gesang orientiert sich am Gregorianischen Choral, wie er in der Frühzeit des Klosters sicherlich auch im Kloster Loccum gesungen worden ist.

Jörg Gottschick Bariton, Annette Gutjahr Mezzo