Erster ökumenischer Stiftungskongress tagt in Hannover

Nachricht 05. September 2013

Arbeitskreis Kirchen legt Merkmale kirchlicher Stiftungen vor

Der Arbeitskreis Kirchen im Bundesverband Deutscher Stiftungen hat sich heute auf Merkmale kirchlicher Stiftungen verständigt und diese der Öffentlichkeit vorlegt. Die acht Merkmale kirchlicher Stiftungen charakterisieren Zwecke, Vermögensausstattung, Errichtung, Anerkennung und Werte dieser Stiftungsgruppe. Brigitte Andrae, Präsidentin des Landeskirchenamtes der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) in Erfurt und Leiterin des Arbeitskreises Kirchen, dazu: „Kirchliche Stiftungen haben viele Formen. Was sie eint, ist der Glauben an christliche Freiheit und Verantwortung.“

„Mit den Merkmalen kirchlicher Stiftungen haben wir konfessionsübergreifend eine Orientierungshilfe gegeben“, ergänzt Prof. Dr. iur. Michael Ling, Leitender Rechtsdirektor und Justitiar des Bistums Mainz und stellvertretender Leiter des Arbeitskreises Kirchen. Die Merkmale kirchlicher Stiftungen wurden am Vortag des ersten ökumenischen Stiftungskongresses im Kloster Loccum vorgestellt.

Prof. Dr. Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, betont die Signalwirkung dieses Kongresses: „Im vitalen Arbeitskreis Kirchen wirken evangelische und katholische Stiftungen zusammen. Der Kongress stärkt die gemeinsamen Wurzeln der Stiftungen im Gebot christlicher Nächstenliebe“, so der Stiftungsexperte.

Der Kongress wird veranstaltet vom Arbeitskreis Kirchen im Bundesverband Deutscher Stiftungen; Gastgeberin des Kongresses ist die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers. Tagungsort ist die Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis in Hannover. Die Grußworte werden Landesbischof Ralf Meister und Bischof Norbert Trelle, Bistum Hildesheim, sprechen. Zu den Hauptreferenten gehören Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber, ehemaliger Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, sowie Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel, Direktor des Instituts für Sozialstrategie, Berlin. In zehn Workshops – unter anderen zu den Themen Kirchlichkeit kirchlicher Stiftungen, Satzungsgestaltung, Anlagerichtlinien und Erbschaftskommunikation – können die mehr als 170 angemeldeten Teilnehmer ihr Know-how in der kirchlichen Stiftungspraxis ausbauen.

Von den 19.551 rechtsfähigen Stiftungen bürgerlichen Rechts, die es Ende 2012 laut einer Umfrage bei den staatlichen und kirchlichen Aufsichtsbehörden gab, sind nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen rund 1.500 rechtsfähige evangelische und katholische Stiftungen bürgerlichen Rechts. Neben den rechtsfähigen Stiftungen bürgerlichen Rechts gibt es im kirchlichen Stiftungswesen eine Vielzahl weiterer Rechtsformen, zum Beispiel die Stiftungen öffentlichen Rechts. Der Bundesverband Deutscher Stiftungen schätzt, dass es insgesamt mehr als 30.000 Kirchenstiftungen aller Rechtsformen in Deutschland gibt. Damit sind die kirchlichen Stiftungen die größte Stiftungsgruppe hierzulande.

Genauere Aussagen zu Zahlen kirchlicher Stiftungen sind, nach Abgaben des Verbandes, schwer zu treffen, weil es keine zentralen Register gibt.
Hier sieht der Verband großen Forschungsbedarf.

5.9. 2013, Bundesverband Deutscher Stiftungen