Seelsorger bereitet sich auf Ankunft syrischer Flüchtlinge vor

Nachricht 04. September 2013

Erste syrische Flüchtlingsgruppe kommt am 11. September in Hannover an

Hannover/Friedland (epd). Die Bundesregierung holt die erste Gruppe syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge am Mittwoch nach Deutschland. "Die vom Bund gecharterten Maschinen sollen am 11. September den Flughafen Hannover erreichen", sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Mittwoch in Berlin. Die rund 110 Syrer werden zunächst in Friedland bei Göttingen untergebracht und dann auf die Bundesländer verteilt.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) wird die rund 110 Syrer gemeinsam mit Niedersachsens Innenminister, Boris Pistorius (SPD), am Flughafen begrüßen. Deutschland hatte sich verpflichtet, 5.000 Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien aufzunehmen. Ein Großteil wird in den kommenden Wochen und Monaten nach Deutschland gebracht. 250 Syrer haben ihre Reise selbst organisiert und nach Angaben des Ministeriums Deutschland bereits erreicht.

Der in Friedland tätige evangelische Pastor Martin Steinberg geht davon aus, dass die Flüchtlinge, die zunächst in libanesischen Auffanglagern gelebt haben, in ganz unterschiedlicher Verfassung ankommen. "Einige werden sich unglaublich glücklich und in Freiheit fühlen", sagte der Seelsorger dem epd. Viele der Flüchtlinge verfielen aber auch in Depressionen, weil sie alles hinter sich gelassen hätten.

Manche kämen mit ihrer ganzen Familie, andere bangten noch um Angehörige in ihrem Heimatland, sagte Steinberg. Neben zwei wöchentlichen Andachten bietet er den Menschen Gespräche an, in denen sie ihre Sorgen mitteilen können. Zudem helfe er, Kontakte zu in Deutschland lebenden Angehörigen herzustellen.

Die Syrer werden Steinberg zufolge am Mittwochabend im Grenzdurchgangslager Friedland begrüßt. Neben einem Taschengeld von jeweils 20 Euro erhalten sie in den ersten Tagen Informationen über künftige Sozialleistungen. Nach dem Wochenende sollen sie in sogenannten Wegweiser-Kursen die deutsche Sprache und das Leben in Deutschland kennenlernen.

Das ehemalige Grenzdurchgangslager Friedland war nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst Anlaufstelle für Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten und Kriegsheimkehrer. Später kamen Aussiedler, Spätaussiedler und Flüchtlinge aus aller Welt hinzu. Seit 2011 werden auch Asylsuchende aufgenommen.

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