450jähriges Kirchenjubiläum in Hämelschenburg

Nachricht 14. September 2013

Älteste frei stehende evangelische Kirche in Deutschland / Festgottesdienst mit Landesbischof Meister

Die Kirchengemeinde Hämelschenburg feiert das 450jährige Jubiläum der Kirche am Sonntag, dem 15. September 2013, mit einem Festgottesdienst um 10 Uhr und einem Musikfest von 12 bis 16.30 Uhr. In dem Gottesdienst predigt Landesbischof Ralf Meister.

An dem Musikfest werden 17 Musik- und Tanzgruppen aus dem Weserbergland teilnehmen. Es findet in der Kirche, im Schloss und in der Zehnscheune statt. Die kulturelle Vielfalt, die heute die Menschen im Weserbergland bereichert, war vor 450 Jahren undenkbar. Deswegen lädt die Kirchengemeinde zum Lob und Dank zu einem bunten und fröhliches Musikfest ein. Sie freut sich, mit vielen Menschen von nah und fern unter dem Motto „Musik verbindet“ zu feiern.

200 Musiker und Tänzer werden ehrenamtlich auftreten. Das musikalische Spektrum reicht von der klassischen und kirchlichen Musik über Volkslieder und Jagd- und Unterhaltungsmusik bis zum Rock. Die beeindruckende Vielfalt repräsentieren der Chor der Liberalen Jüdischen Gemeinde, die Tanzgruppe der Türkisch-Islamischen Gemeinde, Buddhistische Tempeltänzer und ein Chor der Frauen des Britischen Regiments. Zum Abschluss soll gemeinsam ein Kirchenlied gesungen werden, das Pastor i. R. Detlev Block für das Jubiläum gedichtet hat.

Der Eintritt zu den Musikveranstaltungen ist frei. Für Kinder werden Spiele angeboten. Im Gutshof werden Speise und Getränke verkauft.

Über Kirche und Schloss Hämelschenburg

Zwischen Hameln und Bad Pyrmont liegt das Dorf Hämelschenburg, in dem gleich nach der Reformation 1563 Ludolf Klencke die erste freistehende Kirche im evangelisch-lutherischen Glauben errichtete.

Seine Familie hatte das Rittergut 1437 vom Herzog von Braunschweig und Lüneburg als Lehen erhalten. Nach einem großen Brand 1544 baute sie erst die Kirche und dann die Wirtschaftsgebäude und das Schloss im Stil der Weserrenaissance. Die Kirche steht in der Mitte der sehr reizvollen und vollständig erhaltenen Anlage.

Ihr schlichter Altar stammt noch aus der 1409 geweihten Kirche. Die wertvolle Ausstattung richteten die Schlosserbauer an dem neuen evangelisch-lutherischen Glauben aus. 1652 schenkte ihr Sohn Lippold Klencke die Kirche der neu gegründeten Kirchengemeinde Hämelschenburg.

1672 wurde die erste Orgel eingebaut. Während einer Erweckungsbewegung erhielt sie 1818 ein Altarbild im romantischen Stil. Der Dachreiter ersetzte 1913 den baufälligen Glockenturm. Im Dritten Reich war die Kirche ein Schutz für den Gemeindepfarrer, der der Bekennenden Kirche angehörte.

2010 hat die kleine Kirchengemeinde durch die Gründung eines Pfarrvereins, der einen Teil der halben Pfarrstelle finanziert, ihre Selbständigkeit sichern können. So hat die Gemeinde mit Zuversicht zum Jubiläum eine neue Kirchen-tür angelegt, die verkehrssicher und barrierefrei ist. Für sie ist ihre Kirche ein Zeugnis vom gelebten Glauben in einer sich wandelnden Welt.